Der südkoreanische Halbleiterhersteller SK Hynix steht vor einer Phase wichtiger Weichenstellungen. Medienberichten zufolge rechnen Marktbeobachter damit, dass die stützenden Aktienrückkäufe des Unternehmens um den 15. bis 17. Oktober auslaufen.
Mögliche neue Programme zur Aktionärsvergütung nach Vorlage der anstehenden Quartalszahlen könnten diesen Schritt begleiten. Am Freitag schloss das Papier in Seoul bei 1.841.000,00 KRW mit einem Zuwachs von 0,4 Prozent.
Pläne für Auslandsstandorte werden geprüft
Die Nachfrage nach hochleistungsfähigen Speicherchips erfordert weitreichende Kapazitätsentscheidungen. In einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC erklärte SK Hynix, man prüfe zusätzliche Produktionsstandorte. Zu Berichten über ein mögliches Halbleiterwerk in Japan gebe es bislang keine Entscheidung. Der Konzern stellte in Aussicht, konkrete Details bei einer Bestätigung oder innerhalb von drei Monaten offenzulegen.
Am 16. September hatte die Nachrichtenagentur Reuters zudem berichtet, dass SK Hynix mit Intel über die Fertigung von Speicherchips in den USA verhandle. Diskutiert wurden dabei Optionen wie das Anmieten von Teilen eines Werks im US-Bundesstaat Ohio oder ein Gemeinschaftsunternehmen mit Intel und Cloud-Anbietern. SK Hynix stellte klar, dass diesbezüglich keine Vereinbarungen finalisiert wurden.
Kapitalstrategie und strategische Partnerschaften
Gleichzeitig ordnet der Konzern seine bestehenden Beteiligungen. Am Donnerstag stellte SK Hynix klar, dass keine Entscheidungen über künftige Geschäfts- oder Kapitalpläne der Tochtergesellschaft Solidigm gefallen sind.
Zuvor hatten Marktberichte über einen möglichen Börsengang der Sparte für Spekulationen über eine Verwässerung gesorgt. SK Hynix erklärte, verschiedene Finanzierungsoptionen abzuwägen und dabei die Interessen bestehender Anteilseigner sowie den langfristigen Unternehmenswert zu berücksichtigen.
Zudem gründete der Konzern vor rund zwei Wochen seine Einheit SK hynix Ventures, seither gab die Aktie um 0,9 Prozent nach. Die Sparte soll strategische Investitionen im weltweiten Ökosystem für künstliche Intelligenz ausbauen und Portfoliounternehmen mit den internen Entwicklungs- und Fertigungsteams verzahnen.
Auf technologischer Ebene treibt das Unternehmen seine Kooperationen voran. Am 23. September präsentierte SK Hynix auf einer Konferenz des Auftragsfertigers TSMC im kalifornischen Santa Clara Entwicklungspläne für sein Speicherportfolio der nächsten Generation und erhielt dort zum zweiten Mal in Folge eine Auszeichnung als Partner des Jahres.
Produktumstellung im Blick der Analysten
Am Dienstag passte DS Investment & Securities das Kursziel für SK Hynix auf 2,64 Millionen KRW an, behielt die Kaufempfehlung jedoch bei. Das Analysehaus begründete den Schritt mit dem schwächeren Wechselkurs zwischen US-Dollar und südkoreanischem Won sowie dem Übergang auf die nächste Generation von High Bandwidth Memory.
Für das vierte Quartal rechnet das Haus dennoch mit einer Erholung, gestützt auf das Wachstum bei HBM4 und anziehende Speicherpreise. Die kommenden Wochen dürften zeigen, wie SK Hynix das Auslaufen der Rückkäufe und die anstehenden Investitionsvorhaben miteinander in Einklang bringt.
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