Ein massiver Streik südkoreanischer Lkw-Fahrer legt die wichtigste Baustelle von SK Hynix lahm. Am neuen Halbleiter-Zentrum in Yongin ruht der Betonbau. Das trifft den Konzern an einer empfindlichen Stelle. Schließlich hängt an diesem Standort die künftige Produktion für begehrte KI-Speicherchips.
Der Konflikt um den Beton
Rund 8.000 Fahrer bestreiken den Transport von Fertigbeton im Großraum Seoul. Ein erster Kompromiss für höhere Frachttarife scheiterte kürzlich krachend. Fast 70 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder lehnten das Angebot ab.
SK Hynix reagiert bisher gelassen. Das Management hat die Bauabläufe am Standort Yongin kurzfristig umgestellt. Andere Arbeiten rücken nun in den Vordergrund. Die direkten Schäden bleiben laut Unternehmensangaben vorerst gering.
Zeitplan unter Druck
Die Zeit drängt. SK Hynix will in Yongin bereits im Februar 2027 den ersten Reinraum eröffnen. Der Standort ist zentral für den geplanten Ausbau der KI-Infrastruktur. Im ersten Quartal meldete der Konzern 52,6 Billionen Won Umsatz. Der operative Gewinn lag bei 37,6 Billionen Won.
Ein längerer Ausfall der Betonlieferungen gefährdet diesen straffen Zeitplan. Bauunternehmen warnen bereits vor echten Terminproblemen. Ohne den essenziellen Baustoff gerät der gesamte Fortschritt ins Stocken. Die aktuelle Chip-Produktion läuft indes ungestört weiter.
Hohe Erwartungen an der Börse
Die Börse lässt dem Management wenig Spielraum für Fehler. Die Aktie beendete die Handelswoche bei 2.150.000 Won. Seit Jahresbeginn steht ein massives Plus von 217 Prozent auf der Anzeigetafel. Damit notiert das Papier nur knapp unter dem Rekordhoch vom Juni.
Parallel dazu liegt der Kurs weit über dem 50-Tage-Durchschnitt. Diese hohe Bewertung verlangt, dass der Konzern seine Expansionspläne perfekt umsetzt.
Die kommenden Tage entscheiden über den Baufortschritt. Das südkoreanische Verkehrsministerium vermittelt aktuell zwischen den Tarifparteien. Finden sie schnell eine Lösung, bleibt der Ausbauplan für Yongin intakt. Zieht sich der Streik länger hin, drohen handfeste Verzögerungen beim wichtigsten Wachstumsprojekt von SK Hynix.
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