Nach einer siebentägigen Verlustserie verzeichnet der südkoreanische Speicherchiphersteller SK Hynix am heutigen Freitag eine leichte Beruhigung. Der Titel legte um 0,8 Prozent zu und ging bei 1.272.000,00 KRW aus dem Handel. Der vorangegangene Ausverkauf hatte die Notierung empfindlich getroffen und den Abstand zum 52-Wochen-Hoch auf minus 57 Prozent vergrößert.
Analysten sehen fundamentale Stärke intakt
Marktbeobachter werten den vorangegangenen Abwärtsdruck vor allem als stimmungsgetriebene Korrektur und nicht als Anzeichen eines strukturellen Einbruchs. Das Analysehaus KB Securities betonte, die Verkaufswelle am südkoreanischen Markt sei überzogen ausgefallen. Auf Basis der geschätzten Gewinne für 2027 liege das Kurs-Gewinn-Verhältnis von SK Hynix bei rund 2,6.
Analyst Han Dong-hee von SK Securities verwies darauf, dass die Gewinnschätzungen für das kommende Jahr trotz makroökonomischer Unsicherheiten weiter steigen dürften.
Wesentlicher Treiber bleibe das knappe Angebot an High-Bandwidth-Memory (HBM), das für Anwendungen im Bereich der künstlichen Intelligenz unverzichtbar ist. Langfristige Lieferverträge böten den Herstellern zudem einen verlässlichen Schutz vor drastischen Preisschwankungen und sicherten Mindestmargen ab.
Das Vertrauen in den Halbleiterzyklus war in den vergangenen Tagen durch Sorgen vor Finanzierungsengpässen bei Rechenzentrumsinvestitionen sowie Berichte über technologische Fortschritte chinesischer Wettbewerber erschüttert worden. Für Investoren stellt sich daher die Frage, ob der Investitionsboom der großen Technologiekonzerne tatsächlich ungebremst anhält.
Kostensteigerungen bei Ausrüstung und anstehende Quartalszahlen
Neben der Nachfrageentwicklung muss sich die Branche auf steigende Kosten in der Fertigung einstellen. Der niederländische Halbleiterausrüster ASML verständigte sich mit Kunden auf eine Erhöhung der Preise für Ersatzteile und Verbrauchskomponenten von EUV- und DUV-Lithografieanlagen um zehn Prozent. SK Hynix hat diese Anpassung nach Verhandlungen akzeptiert, wirksam werden die neuen Konditionen ab Januar 2027.
Entscheidende Hinweise auf die operative Verfassung des Speicherriesen dürften die anstehenden Zwischenberichte liefern. SK Hynix wird seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal am 28. Oktober vorlegen. Marktteilnehmer erwarten von der Veröffentlichung insbesondere konkrete Aussagen zur Lieferfähigkeit bei modernen Speichermodulen sowie zur Auslastung der Produktionslinien bis weit in das Jahr 2027 hinein.
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