SK Hynix bekommt an der Börse neuen Rückenwind. Der Speicherchip-Spezialist profitiert von hochgezogenen Kurszielen, starken Nvidia-Zahlen und der Erwartung, dass der KI-Boom den Speicherzyklus weiter antreibt. Der Markt preist inzwischen nicht nur Wachstum ein. Er preist Knappheit ein.
Die Aktie steht am Donnerstag bei 1.940.000 Won und legt damit 11,17 Prozent zu. Zum jüngsten Hoch fehlt nur noch ein Abstand von 1,82 Prozent. Auf Monatssicht liegt das Plus bei 58,50 Prozent, seit Jahresanfang sogar bei 186,56 Prozent; der RSI von 68,9 signalisiert eine heiß gelaufene, aber noch nicht völlig überdehnte Bewegung.
Nomura setzt neue Marke
Nomura Securities hat das Kursziel für SK Hynix massiv angehoben. Die neue Zielmarke liegt bei 4 Millionen Won je Aktie, nach zuvor 2,34 Millionen Won. Das ist bemerkenswert: Erstmals traut ein großes Brokerhaus dem Titel eine Bewertung in dieser Größenordnung zu.
Die Begründung ist klar. Nomura sieht einen anhaltenden Speicher-Superzyklus, getragen von den Investitionen in KI-Rechenzentren. Besonders gefragt bleiben Speicherlösungen für KI-Beschleuniger, bei denen SK Hynix seit Monaten als einer der wichtigsten Anbieter gilt.
Auch die Gewinnschätzungen fallen entsprechend aggressiv aus. Nomura erwartet für 2026 einen operativen Gewinn von 281 Billionen Won. Bis 2028 könnte dieser Wert auf 480 Billionen Won steigen.
Shinhan Securities schlägt in dieselbe Kerbe und verdoppelt das Kursziel auf 3,8 Millionen Won. Der Treiber ist eine anhaltende Knappheit bei KI-relevanten Speicherkomponenten. Shinhan rechnet bis 2027 mit einem Anstieg der durchschnittlichen DRAM-Verkaufspreise um 273 Prozent und bei NAND um 292 Prozent.
Nvidia liefert den externen Schub
Der Zeitpunkt hilft. Nvidia hat mit seinen Zahlen zum ersten Geschäftsquartal die Stimmung im gesamten KI-Komplex gestützt. Der Konzern meldete einen Umsatz von 81,62 Milliarden Dollar, ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und einen Gewinn je Aktie von 1,87 Dollar.
Für SK Hynix ist das mehr als ein Stimmungssignal. Nvidia steht im Zentrum der KI-Infrastruktur, und die Nachfrage nach Hochleistungsspeicher hängt eng an den Investitionsplänen der großen Chip- und Cloud-Konzerne. Wenn Nvidia stärker wächst als erwartet, steigt auch die Zuversicht, dass die Lieferkette weiter ausgelastet bleibt.
Rückenwind kommt auch vom heimischen Markt. Samsung Electronics hat einen wichtigen Arbeitskonflikt mit einer Vereinbarung über leistungsabhängige Boni entschärft. Das senkt kurzfristig das Risiko neuer Störungen in der südkoreanischen Halbleiterindustrie und half dem KOSPI zu einem Sprung von 5,27 Prozent.
HBM bleibt der Schlüssel
Operativ dreht sich bei SK Hynix viel um High Bandwidth Memory, kurz HBM. Der Konzern soll Teile seines Standorts Cheongju umwidmen, um dort stärker auf spezialisierte Wafer-Tests zu setzen. Ziel ist eine bessere Produktionsausbeute bei HBM-Chips.
Das ist wichtig, weil der Vorsprung verteidigt werden muss. SK Hynix kam Mitte 2025 auf einen HBM-Marktanteil von 62 Prozent. Samsung wurde zuletzt jedoch als wichtiger Lieferant für HBM4-Komponenten künftiger AMD-Grafikprozessoren genannt.
Der Wettbewerb wird also härter, selbst wenn die Nachfrage stark bleibt. Hohe Preise helfen nur, wenn SK Hynix genug lieferfähige Ware aus den Fabriken bekommt. Genau deshalb rückt die Ausbeute in der Produktion so stark in den Mittelpunkt.
Ein zweites Risiko liegt im Arbeitsmarkt. Nach Inkrafttreten des „Yellow Envelope Law“ im März 2026 droht eine Gewerkschaft beim Zulieferer P&S Logis mit rechtlichen Schritten. Sie verlangt direkte Tarifverhandlungen mit SK Hynix und einen Gewinnanteil von 30 Prozent.
NH Investment warnt, steigende Arbeitskosten entlang der Halbleiter-Lieferkette könnten langfristig auf die Margen drücken. Kurzfristig dominiert aber die KI-Story. Der PLUS Global HBM Semiconductor ETF, in dem SK Hynix zu den größten Positionen zählt, kommt über drei Jahre auf mehr als 676 Prozent Rendite.
Der nächste Prüfstein liegt damit nicht in einem einzelnen Kursziel, sondern in der Umsetzung: SK Hynix muss die HBM-Ausbeute erhöhen, die Lieferfähigkeit sichern und zugleich Kostendruck aus der Lieferkette begrenzen. Gelingt das, rechtfertigt der Markt die neuen Bewertungsdimensionen eher; stockt die Produktion, wird der hohe Erwartungsaufschlag schnell angreifbar.
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