SK Hynix-Aktie: Nasdaq-Euphorie verpufft blitzschnell!

Nach starkem Nasdaq-Debüt bricht SK Hynix-Aktie in Seoul ein. Analysten verweisen auf Gewinnmitnahmen und enttäuschende HBM4-Lieferungen.

Auf einen Blick:
  • SK Hynix debütierte am 10. Juli an der Nasdaq, ADRs eröffneten 14 Prozent über dem Ausgabepreis
  • Bereits am Montag darauf fiel die Aktie in Seoul um bis zu 8,2 Prozent
  • Analysten sehen gedämpfte Erwartungen bei HBM4-Auslieferungen und Q2-Zahlen
  • SK Hynix hält 58 Prozent Marktanteil bei HBM-Chips, profitiert aber weniger von DRAM-Preisanstieg

Freitag war noch alles gut. Die ADRs von SK Hynix eröffneten an der Nasdaq 14 Prozent über dem Ausgabepreis von 149 Dollar, schlossen den ersten Handelstag mit einem Plus von 12,8 Prozent, und der südkoreanische Chipkonzern hatte gerade mal eben mehr als 26 Milliarden Dollar eingesammelt. Großes Kino. Und dann kam der Montag.

Seoul hatte keine Geduld

Schon in den ersten Handelsminuten rauschte die SK Hynix-Aktie am KOSPI um bis zu 8,2 Prozent nach unten. Der breitere Markt schwächelte zwar auch, der KOSPI lag zeitweise rund 2,8 Prozent im Minus, doch SK Hynix traf es deutlich härter. Wer nach dem Nasdaq-Debüt auf eine Fortsetzung der Euphorie gehofft hatte, wurde schnell ernüchtert.

HBM4 liefert nicht, was erwartet wurde

Ryu Young-ho, Senior-Analyst bei NH Investment & Securities, brachte es auf den Punkt: Anleger hätten nach dem Abschluss des US-Listings Gewinne mitgenommen, gleichzeitig wachse die Skepsis vor den Quartalszahlen. Konkret: Die erhofften Auslieferungen der neuen HBM4-Chips ab dem zweiten Quartal seien offenbar nicht in dem erwarteten Umfang angelaufen. Das sitzt.

Dazu kommt ein strukturelles Problem. SK Hynix ist stärker im HBM-Markt positioniert als Rivale Samsung Electronics, hält laut Counterpoint Research rund 58 Prozent Umsatzanteil im ersten Quartal. Samsung und Micron kommen je auf 21 Prozent. Klingt nach einer Stärke, ist aber gerade eine Schwäche: Weil konventionelle DRAM-Preise zuletzt gestiegen sind, profitiert SK Hynix von diesem Trend weniger als die Konkurrenz.

Das Nasdaq-Debüt war trotzdem kein Fehler

26 Milliarden Dollar frisches Kapital, eine globale Sichtbarkeit als führender KI-Speicherchiphersteller, Kunden wie Nvidia und Googles Mutterkonzern Alphabet: Das Listing war strategisch sauber durchgezogen. Nur hat der Markt eben schon am nächsten Tag damit angefangen, die nächste Frage zu stellen. Und die lautet: Was liefert SK Hynix am 11. Oktober?

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