SK Hynix schärft seine Struktur für den KI-Boom. Der südkoreanische Speicherchip-Konzern richtet seine US-Aktivitäten enger auf Enterprise-SSDs, NAND und KI-Infrastruktur aus. Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie nach einem extremen Lauf erstmals wieder stärker schwankt.
Nach einem nervösen Handelsstart notierte das Papier zuletzt bei 1.840.000 Won und lag damit 1,15 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn steht noch immer ein Anstieg von 171,79 Prozent zu Buche. Das zeigt: Die Erwartungen sind hoch, die Fehlertoleranz ist kleiner geworden.
US-Tochter bekommt Gewicht
Im Zentrum steht die neue US-Einheit „AI Company“, rechtlich SK hynix NAND Product Solutions Corp. Der frühere Vizechef Park Sung-wook sitzt seit März 2026 als externer Direktor im Verwaltungsrat. Park gilt als wichtige Figur hinter der früheren Entwicklung von High Bandwidth Memory, dem Speicherformat, das den KI-Boom überhaupt erst in die Rechenzentren gebracht hat.
Auch Konzernchef Kwak Noh-jung ist in das Gremium eingezogen. Das ist mehr als Personalpolitik. SK Hynix signalisiert damit, dass die US-Tochter keine Randaktivität bleibt, sondern direkt in die KI-Strategie des Konzerns eingebunden wird. Die Gesellschaft wurde Ende Januar gegründet, die Übertragung von Vermögenswerten aus Solidigm folgte kurz danach.
NAND wird zum zweiten Treiber
Bislang stand bei SK Hynix vor allem HBM im Mittelpunkt. Nun rückt NAND stärker nach vorn. Mirae Asset Securities und KB Securities verweisen auf eine deutliche Erholung bei Enterprise-SSDs, bei der die Nachfrage das Angebot übersteigt.
Die Folge sind steigende Preise. Die durchschnittlichen Verkaufspreise für NAND sollen allein im zweiten Quartal um 45 Prozent zulegen. Für den Gewinnmix wäre das ein wichtiger Hebel, weil SK Hynix damit weniger einseitig von HBM abhängig wäre.
KB Securities rechnet für das Gesamtjahr mit einem operativen Gewinn von 277 Billionen Won und einer operativen Marge von 78,1 Prozent. Hinter dieser Prognose steht ein ungewöhnlich kräftiger Preiszyklus. Die durchschnittlichen Verkaufspreise für NAND sollen im Jahresvergleich um 244 Prozent steigen, bei DRAM werden 194 Prozent erwartet.
Bewertung trifft auf Volatilität
Der Markt testet diese Geschichte bereits. Im frühen Handel fiel die Aktie zeitweise um 4,07 Prozent auf 1.745.000 Won, während der KOSPI zwischenzeitlich um bis zu 4,7 Prozent nachgab. Auslöser war vor allem Druck im Technologiesektor nach Gewinnmitnahmen in den USA.
Nomura und JPMorgan sehen dennoch Spielraum für eine Neubewertung. Ihr Argument: Eine Bewertung von rund dem Sechsfachen der erwarteten Gewinne bilde den Wandel von zyklischem Speicher hin zu KI-Infrastruktur nicht ausreichend ab. Der geschätzte freie Cashflow-Rückfluss von 240 Billionen Won über drei Jahre stützt diese Sicht.
Der nächste Prüfstein liegt in der Umsetzung. Die Investitionen in Rechenzentrumsinfrastruktur sollen von 1,16 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf mehr als 6 Milliarden Dollar bis zum Ende des Jahrzehnts steigen. SK Hynix baut dafür unter anderem eine HBM-Packaging-Anlage in Indiana, die 2028 starten soll. Bis dahin bleiben Stromkosten in Europa und geopolitische Lieferkettenrisiken im Nahen Osten konkrete Belastungsfaktoren für die Margenstory.
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