SK Hynix treibt seine internationale Expansion voran, doch eine mögliche Zusammenarbeit mit dem japanischen Speicherchip-Hersteller Kioxia Holdings rückt in weite Ferne.
SK-Group-Chef Chey Tae-won hatte eine gemeinsame Produktion Anfang September lediglich als eine mögliche Option bezeichnet und zugleich angedeutet, sein Unternehmen könne seine Kioxia-Beteiligung abstoßen, sollte eine Fertigungspartnerschaft nicht zustande kommen. SK Hynix selbst stellte klar, dass Chey sich nur allgemein geäußert habe und keine Verhandlungen liefen.
Kein gemeinsames Werk in Japan
Für Anleger bedeutet das: Die zuvor kursierende Vorstellung einer Doppelstrategie aus Kioxia-Kooperation und eigenem Japan-Standort ist deutlich zu relativieren.
Berichten zufolge prüft SK Hynix parallel mögliche Standorte für ein eigenes Speicherchip-Werk in Japan – ein Projekt, das unabhängig von Kioxia verfolgt würde. Der südkoreanische Konzern hält weiterhin eine Beteiligung an Kioxia, doch von einer aktiven Prüfung einer gemeinsamen Fertigung kann derzeit keine Rede sein.
Diese Klarstellung fällt in eine Phase, in der SK Hynix seine globale Kapazität ohnehin auf mehreren Kontinenten ausbaut. In Indiana, im Purdue Research Park bei West Lafayette, feierte das Unternehmen in diesem Monat den symbolischen Baubeginn für eine Fertigungs- und Forschungsanlage für fortschrittliches Packaging von KI-Speicherchips.
Die Kosten werden auf mehr als vier Milliarden Dollar geschätzt, die Anlage soll ab der zweiten Jahreshälfte 2029 High-Bandwidth-Memory-Chips der nächsten Generation an US-Kunden liefern.
Politisches Umfeld bleibt im Fokus
Der Ausbau in den USA fällt in eine Phase, in der die Beziehungen zwischen Seoul und Washington ohnehin im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. South Koreas Präsident hatte laut Reuters festgestellt, dass eine Leitzinserhöhung unausweichlich sei, gleichzeitig aber betont, dass Samsung Electronics und SK Hynix durch die weltweite Nachfrage nach HBM-Chips für den KI-Boom beispiellose Gewinne erzielten.
Diese Einordnung liefert Kontext für die Investitionsentscheidungen des Unternehmens, ohne dass eine konkrete neue Zusage seitens SK Hynix damit verbunden wäre.
Auch der Aktienkurs spiegelt die anhaltende Dynamik der Branche wider. Das Papier notiert bei 1.859.000 Won und damit 4,9 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen dafür, dass der mittelfristige Aufwärtstrend intakt bleibt. Über die vergangenen 30 Tage hat die Aktie um 30 Prozent zugelegt, getragen von der branchenweiten Rally rund um den KI-Speicherchip-Boom.
Was Anleger im Blick behalten sollten
Die Gemengelage bleibt komplex: Auf der einen Seite expandiert SK Hynix mit dem Milliardenprojekt in Indiana sichtbar und konkret. Auf der anderen Seite zeigt die Kioxia-Episode, wie schnell aus vagen Aussagen eines Konzernchefs Erwartungen entstehen können, die sich bei genauerer Prüfung nicht bestätigen.
Für die Einschätzung der weiteren Japan-Strategie dürfte daher entscheidend sein, ob SK Hynix konkrete Standortpläne für ein eigenes Werk vorlegt – unabhängig von Kioxia. Bis dahin bleibt die Aussage des Unternehmens maßgeblich: Es gebe derzeit keine Verhandlungen über eine gemeinsame Produktion.
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