Gewinne wie aus einer Sonderkonjunktur, Kurse wie nach einer Überhitzung: SK Hynix liefert derzeit beides. Der Speicherhersteller profitiert massiv vom KI-Boom, während der südkoreanische Markt nach einer scharfen Korrektur nervös bleibt. Hinter der Bewegung steckt mehr als nur ein starker Quartalsbericht.
KI-Speicher treibt die Gewinne
Im ersten Quartal 2026 erwirtschafteten SK Hynix und Samsung Electronics zusammen 60,8 Prozent des operativen Gewinns der größten südkoreanischen Unternehmen. Diese Konzentration zeigt, wie stark der Markt an wenigen Halbleiterwerten hängt. Bei SK Hynix ist der Hebel besonders groß.
Der operative Gewinn sprang auf 37,61 Billionen Won, der Umsatz auf 52,57 Billionen Won. Der wichtigste Treiber bleibt die Nachfrage nach KI-Speicher, vor allem aus Rechenzentren. Rund 70 Prozent der Speicherlieferungen gehen inzwischen an Betreiber solcher Infrastruktur.
Die operative Marge erreichte mit 72 Prozent einen Spitzenwert. Es war das vierte Rekordquartal in Folge. Genau diese Kombination aus Preisstärke, Kapazitätsknappheit und KI-Nachfrage erklärt, warum der Markt SK Hynix inzwischen anders bewertet als einen klassischen Speicherzykliker.
Kursziel rückt Billionenbewertung näher
KB Securities traut der Aktie nun 3.000.000 Won zu und bleibt bei einer Kaufempfehlung. Auf dieser Basis käme SK Hynix einer Marktkapitalisierung von rund einer Billion US-Dollar nahe. Neben Samsung gäbe es damit einen weiteren südkoreanischen Konzern in dieser Größenordnung.
Die Begründung liegt in der Preislogik des Speicherzyklus. KB Securities erwartet für DRAM einen ASP-Anstieg um 194 Prozent und für NAND um 244 Prozent. Neue große Produktionslinien sollen erst später folgen, was die Angebotsknappheit verlängern könnte.
Langfristige Lieferverträge reichen bereits bis in die späten Jahre des Jahrzehnts. Das stützt die Planbarkeit in einem Markt, der normalerweise stark schwankt. Für einen Speicherhersteller ist das ein wichtiger Unterschied.
Rücksetzer nach rasantem Lauf
Der Kursrücksetzer am Freitag passte weniger zu den operativen Daten als zur Markttechnik. Die Aktie verlor 7,66 Prozent auf 1.819.000 Won, während der KOSPI um 6,12 Prozent nachgab. Kein Wunder, dass nach der Rally Gewinne mitgenommen wurden.
Der Rückgang relativiert eher die Geschwindigkeit des Anstiegs als die operative Story. Die Aktie war zuvor nahe am Rekordniveau gelaufen. Nach einem solchen Lauf reichen breite Verkäufe, um kurzfristig Druck auszulösen.
Auf Monatssicht liegt das Papier noch 60,12 Prozent im Plus, seit Jahresanfang sogar 168,69 Prozent. Der RSI von 68,9 signalisiert eine angespannte, aber nicht völlig überdrehte technische Lage.
Ein weiterer Faktor kommt von der Konkurrenz. Bei Samsung Electronics planen mehr als 60.000 Gewerkschaftsmitglieder ab dem 21. Mai einen 18-tägigen Generalstreik. JPMorgan und Bank of America sehen darin ein mögliches Risiko für die globale DRAM-Versorgung.
Für SK Hynix könnte das kurzfristig helfen, weil der Konzern bei High Bandwidth Memory auf einen Marktanteil von etwa 60 Prozent kommt. HBM ist genau jener Speichertyp, der für KI-Beschleuniger besonders knapp ist.
Trotz der Rally wirkt die Bewertung im Branchenvergleich nicht ausgereizt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei etwa 17, der Branchenschnitt bei 28,7. Der Abschlag erklärt, warum die Billionen-Dollar-Debatte trotz der jüngsten Korrektur nicht verschwunden ist.
Der Ex-Dividendentag ist für den 28. Mai vorgesehen; die Ausschüttung liegt bei 375 Won je Aktie. Vorher liefern zwei Termine den nächsten Stimmungstest: Am 19. Mai melden Nvidia-Zahlen, am 21. Mai soll der Samsung-Streik beginnen. Beide Ereignisse treffen direkt den HBM-Engpass, der die Gewinnstory von SK Hynix derzeit trägt.
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