Ein möglicher Deal mit Intel schickt SK Hynix auf Rekordkurs. Berichten zufolge führt der südkoreanische Speicherchip-Hersteller frühe Gespräche mit Intel über eine gemeinsame Speicherchip-Produktion im derzeit ungenutzten Werkskomplex des US-Konzerns in Ohio. Die Aussicht auf eine Partnerschaft mit einem der größten Namen der US-Chipindustrie elektrisierte die Anleger in Seoul.
Der Kospi-Index sprang um 2,66 Prozent auf 6.894,23 Punkte, angeführt von den Tech-Schwergewichten. SK Hynix selbst legte um 6,4 Prozent zu, Samsung Electronics zog um 3,4 Prozent an. Befeuert wurde die Rally zusätzlich durch Aussagen von Nvidia-Chef Jensen Huang, der ein Verdoppeln des Chip-Absatzvolumens im kommenden Jahr in Aussicht stellte.
Warum Ohio für SK Hynix attraktiv wäre
Ein Standort in Ohio würde SK Hynix näher an die US-Kunden bringen und gleichzeitig geopolitische Risiken abfedern, die mit einer reinen Fertigung in Asien verbunden sind. Für Intel wiederum böte eine Auslastung der brachliegenden Anlage eine Möglichkeit, Kapazitäten zu monetarisieren, ohne selbst ins Speicherchip-Geschäft einzusteigen. Konkrete Details zu Umfang oder Zeitplan einer möglichen Zusammenarbeit sind bislang nicht bekannt.
Der Hintergrund der Nachricht ist eine globale Angebotsknappheit bei Speicherchips, die durch den KI-Boom befeuert wird. Speicherhersteller wie Samsung verschieben ihre Produktion zunehmend in Richtung margenstärkerer DRAM-Anwendungen für KI-Anwendungen. Das öffnet Marktlücken – auch für Wettbewerber wie den chinesischen Hersteller CXMT, der Berichten zufolge in den Flash-Speicher-Markt einsteigen will und damit künftig direkt mit SK Hynix konkurrieren könnte, wenn auch ohne konkreten Produktionsstart.
Knappheit als Kurstreiber
Die Kombination aus struktureller Verknappung und möglicher US-Expansion verschafft SK Hynix aktuell Rückenwind aus zwei Richtungen gleichzeitig. Die angespannte Marktlage bei Speicherchips dürfte kurzfristig anhalten, da neue Kapazitäten – ob in Ohio oder anderswo – Zeit brauchen, um produktiv zu werden. Bis zu einer offiziellen Bestätigung der Intel-Gespräche bleibt die Entwicklung Gegenstand von Berichten, nicht von Fakten aus erster Hand.
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