Der südkoreanische Speicherchiphersteller SK Hynix sieht Stromversorgung und Kühlung laut einem am Mittwoch veröffentlichten Blogbeitrag zunehmend als entscheidende Engpässe beim Ausbau von KI-Rechenzentren. Mit immer leistungsfähigeren Beschleunigern, Speichern und Netzwerken steigen gleichzeitig Stromverbrauch, Leistungsdichte und Wärmeentwicklung.
Damit verschiebt sich der Wettbewerb nach Einschätzung des Unternehmens vom einzelnen Chip hin zur Effizienz des gesamten Rechenzentrums.
SK Hynix-Aktie: Strombedarf von Rechenzentren könnte sich verdoppeln
Die Dimension des Problems wächst schnell. Unter Berufung auf die Internationale Energieagentur schreibt SK Hynix, dass Rechenzentren 2024 weltweit rund 415 Terawattstunden Strom verbrauchten. Bis 2030 könnte sich dieser Wert auf etwa 945 Terawattstunden mehr als verdoppeln. Der Stromverbrauch sogenannter beschleunigter Server soll dabei von 2024 bis 2030 durchschnittlich um 30 % pro Jahr steigen.
Hoher Stromverbrauch erzeugt zugleich mehr Wärme. Werden Prozessoren nicht ausreichend gekühlt, können sie ihre Leistung reduzieren. Das kann laut SK Hynix außerdem Zuverlässigkeit, Lebensdauer und Wartungskosten der Systeme beeinflussen.
SK Hynix-Aktie: Flüssigkühlung gewinnt an Bedeutung
Mit steigender Leistungsdichte verändert sich deshalb die Kühlung. Klassische Luftkühlung bleibt verbreitet, bei besonders leistungsstarken KI-Systemen gewinnen jedoch Flüssigkühlung und Kühllösungen direkt an den wärmeerzeugenden Komponenten an Bedeutung. Einzelne Server-Racks erreichen laut einer zitierten Erhebung des Uptime Institute bereits Leistungsdichten von mehr als 100 Kilowatt.
Zur Einordnung: Für SK Hynix zeigt die Entwicklung, dass bei KI-Infrastruktur künftig nicht nur maximale Chip- und Speicherleistung zählt, sondern zunehmend die Rechenleistung pro eingesetztem Watt. Gleichzeitig erweitert der KI-Boom damit die Investitionskette: Stromversorgung, Netzanschlüsse, Kühlung und Wärmemanagement werden neben Prozessoren und Speicher zu zentralen Faktoren beim Bau neuer Rechenzentren.
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