SK Hynix Aktie: HBM-Verträge für 2027 in Verhandlung

SK Hynix legt Quartalszahlen nach schwerem Börsencrash vor. Chinesische Konkurrenz und fallende Kurse belasten, während HBM-Verträge für 2027 verhandelt werden.

Auf einen Blick:
  • Aktie nach Crash über 50% unter Rekordhoch
  • Chinesischer Chipkonzern CXMT löst Panik aus
  • HBM-Lieferverträge für 2027 in Verhandlung
  • Analysten uneins über Kaufgelegenheit

SK Hynix legt seine Quartalszahlen ausgerechnet einen Tag nach einem der schwärzesten Handelstage in der Firmengeschichte vor. Am Dienstag brach die Aktie um 14,65 Prozent ein. Der südkoreanische Leitindex KOSPI verlor 10,8 Prozent — der schlimmste Tagesverlust seit rund fünf Monaten.

Auch Samsung Electronics traf es hart, mit einem Minus von mehr als 13 Prozent. Der Ausverkauf setzt sich fort: Am Mittwoch fällt SK Hynix um weitere 4,06 Prozent auf 1.487.000 Won. Damit liegt die Aktie über 50 Prozent unter ihrem Rekordhoch von knapp drei Millionen Won, erreicht erst am 25. Juni.

Chinesische Konkurrenz löst Panik aus

Auslöser des Crashs war kein schwacher Ausblick von SK Hynix selbst. Der Börsengang von ChangXin Memory Technologies (CXMT) in China verlief spektakulär gut — zu gut für die Nerven südkoreanischer Investoren. Hinzu kommen Berichte, wonach ein staatsnahes chinesisches Unternehmen bereits Immersions-Lithografiesysteme für die Chipfertigung produziert.

Analysten von Mirae Asset Securities ordnen die Reaktion so ein: Investoren sorgen sich weniger um die aktuellen Gewinne von CXMT. Sie fürchten vielmehr eine beschleunigte Kapazitätsausweitung und einen technologischen Aufholprozess nach dem Börsengang. Südkoreas oberste Finanzaufsicht reagierte bereits und prüft Beschränkungen für gehebelte Einzelaktien-ETFs, sollte die Volatilität anhalten.

HBM-Verträge für 2027 laufen bereits

Während der Markt in Aufruhr ist, verhandelt SK Hynix bereits die nächste Runde. Der Konzern führt Gespräche mit großen Tech-Konzernen, um sich Lieferverträge für High-Bandwidth-Memory-Chips im Jahr 2027 zu sichern. Ziel ist es, Nachfrage frühzeitig zu binden — noch vor der Konkurrenz.

Im zweiten Halbjahr startet die Serienlieferung von HBM4, dem nächsten Speicherstandard. SK Hynix verhandelt Preise dabei individuell mit jedem Kunden. Neben den üblichen DRAM-Preisen und der Angebotslage fließen auch die Investitionskosten und Opportunitätskosten der HBM-Entwicklung in die Kalkulation ein.

Die fundamentale Lage bleibt trotz des Kurssturzes robust. Analysten erwarten für das dritte Quartal einen Preisanstieg bei Speicherchips von mindestens 25 Prozent, ausgelöst durch anhaltende HBM-Engpässe. Diese Knappheit könnte bis 2028 andauern.

Analysten uneins über die Reaktion

An der Wall Street gehen die Meinungen auseinander. Morgan Stanley, Mirae Asset und KB Securities bezeichnen den Ausverkauf unisono als Kaufgelegenheit, nicht als Ausstiegssignal. Sie verweisen auf Kurs-Gewinn-Verhältnisse von nur zwei bis fünf für Unternehmen, die Rekordgewinne in Aussicht stellen.

Andere Marktteilnehmer mahnen zur Vorsicht. Owen Lamont von Acadian Asset Management spricht von „unglaublicher Unsicherheit“ darüber, wie sich die KI-Technologie letztlich auf die Wirtschaft auswirken wird. Niemand wisse wirklich, wohin dieser Prozess führe, so Lamont. Er verweist zudem auf gehebelte Börsenprodukte, die die Marktschwankungen verstärken könnten — auch wenn sie nicht allein für die Volatilität bei SK Hynix verantwortlich seien.

US-Notierung trifft es zusätzlich

Der Ausverkauf erreicht auch die frisch gelisteten American Depositary Receipts von SK Hynix an der Nasdaq. Am Dienstag fielen die ADRs unter die psychologische Marke von 130 US-Dollar und markierten mit einem Schlusskurs von 130,49 Dollar ein neues Rekordtief seit dem Listing. Die erst diesen Monat gestarteten Papiere kämpfen damit, sich über ihrem Ausgabepreis zu halten.

Der RSI von 34,8 signalisiert eine überverkaufte Aktie, während der Kurs mit knapp 32 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt liegt, aber immer noch 27 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt notiert. Seit Jahresbeginn steht trotz des Crashs noch ein Plus von 128,88 Prozent zu Buche — ein Hinweis darauf, wie extrem die Aktie in diesem Jahr sowohl gestiegen als auch gefallen ist. Die heutigen Zahlen und jeder Kommentar zu den HBM-Preisverhandlungen für 2027 dürften darüber entscheiden, ob sich der Ausverkauf beruhigt oder weiter verschärft.

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