SK Hynix steht vor einer Finanzierungsaufgabe: Der Investitionsbedarf bleibt bestehen, während ein möglicher Zugang zu externem Kapital entfällt. Vor den Quartalszahlen am 28. Oktober rückt deshalb die Frage in den Mittelpunkt, wie der Konzern den Ausbau seiner Speicherkapazitäten finanzieren will. Dabei konkurrieren Investitionen in Solidigm mit Ausgaben für HBM-Kapazitäten und nächste DRAM-Generationen.
Investitionspläne bleiben bestehen
SK Hynix erklärte, dass sich die Wachstumsaussichten und der Investitionsbedarf von Solidigm nicht geändert hätten. Als Finanzierungsalternativen prüft der Konzern Eigenmittel, Unternehmensanleihen, Bankkredite und Kundenbeteiligungen. Der am Freitag ausgesetzten Prüfung einer Vorabfinanzierung und eines Börsengangs folgt damit keine bestätigte Kürzung der Investitionspläne.
Die Größenordnung des weggefallenen Finanzierungswegs ist erheblich. Laut Reuters waren für Solidigm eine Bewertung von bis zu 150 Milliarden US-Dollar und eine Kapitalaufnahme von etwa 15 Milliarden US-Dollar im Gespräch.
Für Anleger liegt der entscheidende Unterschied zwischen unveränderten Investitionsabsichten und einer gesicherten Finanzierung. Eigenmittel würden Kapital im Konzern binden. Kredite und Anleihen wären dagegen andere Finanzierungswege als eine Beteiligung externer Investoren an Solidigm. Welche Kombination SK Hynix wählt, ist bislang nicht bestätigt.
Auch ein mögliches NAND-Werk in den USA bleibt ein Prüfvorhaben. Reuters berichtete am 18. September über die Suche nach Standorten im Bundesstaat New York. Einen späteren Bericht über ein Werk nahe Utica bezeichnete Solidigm als spekulativ. Ein konkreter Standort lässt sich daraus nicht als beschlossen ableiten.
Aktionärsschutz begrenzt die Optionen
Die Finanzierung ist nicht allein eine Frage der Kapitalmarktbedingungen. Südkoreas Finanzaufsicht erklärte, dass ausländische Doppelnotierungen nicht grundsätzlich verboten seien. Unternehmen müssten jedoch die Folgen für die Aktionäre prüfen und Schutzmaßnahmen vorlegen.
Bei der parlamentarischen Prüfung am Donnerstag ordneten die Vorsitzenden der Finanzaufsichtsbehörden das Solidigm-Vorhaben den Regeln für Doppelnotierungen zu. Zuvor hatten Abgeordnete beider Parteien eine Neubewertung wegen möglicher Verwässerung des Aktionärswerts gefordert.
Kyobo Securities bewertet die Aussetzung positiv für SK Hynix. Nach Einschätzung des Hauses hatten in- und ausländische institutionelle Anleger wegen des Börsengangsthemas mit Käufen gezögert. Die Entlastung auf Aktionärsseite beseitigt allerdings nicht den Kapitalbedarf für die geplanten Investitionen.
Keine unmittelbare Änderung des NAND-Angebots
LYNX Equity Strategies trennt die Finanzierungsentscheidung von ihren möglichen Folgen für den Speichermarkt. Zusätzliches Angebot hätte nach Einschätzung des Hauses frühestens in drei oder mehr Jahren entstehen können. Der entfallene Börsengang verändert deshalb nicht unmittelbar das heutige NAND-Angebot, könnte aber mittel- bis langfristigen Angebots- und Preisdruck verringern.
Für SK Hynix bleibt damit die Kapitalverteilung entscheidend. Beim Ergebnisgespräch am 28. Oktober stehen neben den Geschäftszahlen auch Investitionen und Aktionärsrenditen im Fokus. Anleger benötigen vor allem Klarheit darüber, wie der Konzern seine unveränderten Ausbaupläne mit den verbleibenden Finanzierungswegen verbinden will.
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