Der Börsengang von Solidigm ist vom Tisch. SK Hynix hat die Prüfung eines US-Listings seiner NAND-Tochter vor Handelsbeginn in Seoul vollständig eingestellt. Die Aktie reagierte zunächst mit Abschlägen, drehte aber ins Plus.
Warum der Plan platzte
Als Begründung nennt der Konzern die jüngsten Entwicklungen an den Kapitalmärkten und die schwache Kursentwicklung im Halbleitersektor. Die gestiegene Volatilität habe Zweifel geweckt, ob ein Börsengang unter diesen Bedingungen im Interesse der bestehenden Aktionäre läge. Auch Gespräche über eine private Kapitalaufnahme vor einem möglichen IPO werden nicht weiterverfolgt.
Im Raum stand Medienberichten zufolge ein Emissionsvolumen von rund zehn Milliarden US-Dollar. Bestehende Aktionäre fürchteten, eine separate Notierung könnte den Wert ihrer Beteiligung schmälern. Hinzu kam Gegenwind von der südkoreanischen Finanzaufsicht. Sie prüfte, ob eine US-Notierung gegen Regeln zur Doppelnotierung verstoßen könnte, die Minderheitsaktionäre schützen sollen.
Die Börse honorierte den Rückzieher. Nach einem Minus von zeitweise 3 Prozent schloss die Aktie in Seoul 3,56 Prozent im Plus. Auf Tradegate lag das Papier am Morgen zeitweise sogar sieben Prozent höher bei 856 Euro.
Die Finanzierungsfrage bleibt
Gelöst ist damit allerdings nichts. Solidigm zählt zu den weltweit bedeutenden Herstellern von NAND-Flash-Speicher, der vor allem in Rechenzentren und KI-Infrastruktur gefragt ist. Die bestehenden Kapazitäten reichen nach Unternehmensangaben langfristig nicht aus, um die steigende Nachfrage zu bedienen. Deshalb plant Solidigm zusätzliche Fertigung in den USA.
Ein Börsengang hätte frisches Kapital gebracht und zugleich Spielraum für Dividenden, Aktienrückkäufe und weitere Investitionen geschaffen. Dieser Weg ist nun versperrt. SK Hynix muss alternative Finanzierungswege finden, etwa direkte Investitionen des Mutterkonzerns oder andere Formen externer Kapitalbeschaffung.
Der Konzern hält an seinen Expansionsplänen fest. Konkrete Angaben dazu, wie die geplante US-Fabrik finanziert werden soll, liegen bislang nicht vor. Genau dort dürfte sich entscheiden, ob die Erleichterung der Aktionäre von Dauer ist.
SK Hynix-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SK Hynix-Analyse vom 23. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten SK Hynix-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SK Hynix-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
