SK Hynix hat eine unruhige Börsenwoche mit einem harten Freitagsabschluss beendet. Der Kurs fiel an einem einzigen Tag um 8,36 Prozent auf 2.673.000 KRW — ausgelöst durch Berichte über eine Produktionsverlagerung weg von HBM4 hin zu konventionellem DDR5-Speicher.
Kapazität umgeschichtet, nicht aufgegeben
Der Kern der Meldung: SK Hynix plant, eine HBM3E-Fertigungsanlage auf DDR5-Produktion umzurüsten. Die Anlage war ursprünglich für HBM4 vorgesehen. Der Grund ist wirtschaftlicher Natur. DDR5-Speicher ist derzeit knapp, die Preise steigen, und die kurzfristigen Margen sind attraktiver als beim noch im Aufbau befindlichen HBM4-Segment.
Das ist kein Rückzug aus dem KI-Speichergeschäft. SK Hynix bleibt der führende HBM-Anbieter weltweit — vor Samsung und Micron. Erst im Juni vereinbarte das Unternehmen eine mehrjährige Technologiepartnerschaft mit Nvidia. Gemeinsam entwickeln beide Konzerne Speicher für KI-Rechenzentren, darunter Systeme für Nvidias Vera-Rubin-Plattform.
Bewertungsprämie unter Druck
Genau das macht den Kursrückgang erklärbar. SK Hynix hat seinen Börsenwert zuletzt auf eine klare These gestützt: HBM ist kein Commodity-Zyklus mehr, sondern differenziertes KI-Infrastrukturgeschäft. Reuters berichtete noch Anfang der Woche, dass SK Hynix Samsung als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen Südkoreas überholt hat — getragen von HBM-Nachfrage.
Wenn nun DDR5 kurzfristig lukrativer erscheint als HBM4, stellt der Markt eine einfache Frage: Wie stabil ist diese Prämie wirklich?
Die Wochenbilanz spiegelt die Verunsicherung wider. Über sieben Tage verlor die Aktie 3,29 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 2.987.000 KRW, erst am 25. Juni markiert, liegt bereits 10,5 Prozent entfernt.
Technisches Bild nach dem Rücksetzer
Trotz des scharfen Einbruchs bleibt die mittelfristige Outperformance beeindruckend. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von fast 295 Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt bei rund 1.911.000 KRW ist die erste relevante Unterstützungszone — noch fast 40 Prozent unter dem aktuellen Kurs entfernt.
Der RSI liegt bei 59,7 und zeigt keine Überhitzung mehr. Allerdings verdeutlicht die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 108 Prozent, wie nervös der Markt bei Speicherchip-Titeln reagiert.
Ob der Freitagskurs von 2.673.000 KRW als Boden hält, entscheidet sich in den ersten Handelstagen der kommenden Woche. Stabilisiert sich der Kurs dort, dürfte der Markt die DDR5-Verlagerung als Margenstrategie einordnen. Gibt er weiter nach, rückt die Frage nach dem fairen Wert der HBM-Wachstumsstory erneut in den Mittelpunkt.
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