Ausgerechnet vor einem der wichtigsten Termine des Jahres gerät die Aktie von SK Hynix ins Straucheln. Am Freitag brach das Papier um 8,34 Prozent auf 1.759.000 Won ein, binnen 30 Tagen summiert sich der Rückgang auf 31,82 Prozent. Der Kurssturz reiht sich in einen breiten Ausverkauf koreanischer Technologiewerte ein: Der Leitindex Kospi war am selben Tag um 5,72 Prozent eingebrochen, Handelsunterbrechungen wurden ausgelöst. Trotz der jüngsten Schwäche steht für SK Hynix seit Jahresbeginn noch immer ein Plus von 170,74 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, wie stark der Kurs im laufenden Jahr zuvor gestiegen war.
Analysten erwarten Rekordquartal am 29. Juli
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht der Quartalsbericht, den SK Hynix am kommenden Mittwoch vorlegen will. Nach einer Konsensschätzung von 14 Brokerhäusern, auf die sich Yonhap Infomax und KB Securities stützen, rechnen Analysten mit einem operativen Gewinn von 64,1 Billionen Won bei einem Umsatz von 84,1 Billionen Won – das wäre der bislang höchste Quartalswert des Unternehmens und würde den bisherigen Jahresrekord von 47,2 Billionen Won aus 2025 deutlich übertreffen. Die operative Marge soll laut dieser Prognose bei 75 bis 77 Prozent liegen, getragen von der anhaltenden Nachfrage nach Hochleistungsspeicherchips (HBM) für KI-Rechenzentren. Zusammen mit dem für den 30. Juli erwarteten Zahlenwerk von Samsung Electronics, dessen Halbleitersparte laut denselben Berichten auf einen operativen Gewinn von 89,4 Billionen Won zusteuern soll, könnten die beiden koreanischen Speicherhersteller im zweiten Quartal gemeinsam auf mehr als 150 Billionen Won kommen. Ob sich diese optimistischen Erwartungen bestätigen, zeigt sich erst mit der Veröffentlichung der tatsächlichen Zahlen.
Dass der Aktienkurs trotz dieser Erwartungshaltung fällt, wirkt zunächst widersprüchlich. Es spiegelt aber die Nervosität der Anleger vor der bevorstehenden Fed-Sitzung sowie generelle Sorgen um die Nachhaltigkeit der Speicherpreis-Rally wider, die zuletzt auch andere Chipwerte belastet hat.
Milliardenschwere KI-Deals mit Nvidia und Anthropic
Parallel zur Zahlenerwartung sorgt SK Hynix mit einer Serie großer Lieferabkommen für Schlagzeilen. Beim KI-Gipfel in San Francisco am 24. Juli kündigte die südkoreanische Regierung unter Präsident Lee Jae Myung gemeinsam mit Samsung, der SK Group und Nvidia Investitionsvorhaben im KI-Bereich an, deren Umfang in verschiedenen Berichten mit 700 beziehungsweise 950 Milliarden Dollar beziffert wird. Kernstück ist eine umfassende Partnerschaft zwischen der SK Group und Nvidia im Volumen von mehr als 500 Milliarden Dollar: SK Telecom will in Korea eine bis zu zwei Gigawatt starke KI-Fabrik errichten, die auf Nvidias Vera-Rubin-Plattform sowie auf HBM4-Speicher von SK Hynix setzt und ab 2027 den Betrieb aufnehmen soll. SK-Group-Chef Chey Tae-won erklärte laut Berichten, die Nachfrage von Kunden wie Nvidia, Anthropic, OpenAI und Broadcom nach Speicherchips übertreffe die bisherigen Prognosen deutlich.
Zusätzliche Fantasie liefert eine Ankündigung von Anthropic-Chef Dario Amodei, wonach der KI-Entwickler Lieferabkommen mit Samsung und SK Hynix unterzeichnet habe. Details zu Produkten, Mengen oder Preisen nannte Amodei nicht, HBM-Speicher wurde dabei nicht ausdrücklich als Liefergegenstand bestätigt. Chey berichtete zudem, Anthropic habe bei SK Hynix Komponenten für eigene, noch nicht bestätigte Chip-Entwicklungen angefragt.
Citi bleibt trotz Ausverkauf optimistisch
Inmitten der Kursschwäche hält Citi Research an einer positiven Einschätzung fest: Die Analysten stuften Samsung und SK Hynix am Freitag als Kauf ein und widersprachen damit Befürchtungen eines Zyklushöhepunkts. Nach Einschätzung von Citi ist das Verhältnis von Speicherangebot zu -nachfrage von rund 70 auf etwa 50 Prozent gefallen, was auf eine spürbare Verknappung hindeutet. Die Lagerbestände lägen deutlich unter historischen Normwerten, während die Vertragspreise für DRAM-Speicher im ersten Quartal um 90 bis 95 Prozent und im zweiten Quartal um 58 bis 63 Prozent gestiegen seien. Citi bezeichnet SK Hynix als führenden HBM-Lieferanten und hatte das Kursziel bereits im Mai angehoben.
Untermauert wird die Nachfrage-Story durch SK Hynix‘ Nasdaq-Notierung: Im Juli schloss das Unternehmen ein ADR-Angebot über 26,5 Milliarden Dollar ab, das als größter ausländischer Börsengang dieser Art gilt. Zudem stieg SK Hynix zuletzt in den Kreis der Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als einer Billion Dollar auf – nach Bloomberg-Angaben erst das dritte asiatische Unternehmen, dem dies gelungen ist. Aktuell beziffert sich der Börsenwert auf umgerechnet 752,03 Milliarden Euro. Der technische Bewertungsblick zeigt derweil, dass die Aktie mit einem Abstand von 41,11 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 2.987.000 Won noch weit von ihren Spitzenwerten entfernt notiert – ein Hinweis darauf, wie stark die jüngste Korrektur ausgefallen ist. Ob die für Mittwoch erwarteten Zahlen die Wende bringen, muss sich erst noch zeigen.
SK Hynix-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SK Hynix-Analyse vom 26. Juli liefert die Antwort:
Die neusten SK Hynix-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SK Hynix-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
