Bei Südkoreas Chip-Schwergewichten ziehen ausländische Investoren Geld in großem Stil ab. SK Hynix und Samsung Electronics verzeichneten in der Woche ab 18. Mai zusammen Nettoverkäufe von 10 Billionen Won. Umgerechnet entspricht das rund 6,6 Milliarden Dollar.
Der Rückzug läuft seit zwölf Handelssitzungen. Das macht die Bewegung größer als eine normale Gewinnmitnahme.
Ausländische Fonds nehmen Gewinne mit
Bei SK Hynix summierten sich die Nettoverkäufe in der Vorwoche auf 5,33 Billionen Won. Zusammen standen SK Hynix und Samsung Electronics für 73 Prozent der gesamten ausländischen Nettoverkäufe am südkoreanischen Aktienmarkt. Diese lagen in dem Zeitraum bei 14,45 Billionen Won.
Die Konzentration ist auffällig. Es geht nicht nur um einzelne Verkäufe, sondern um eine klare Verschiebung der Gewichtungen. Ausländische Fonds reduzieren vor allem jene Titel, die zuvor stark von der Chiprally profitiert hatten.
Über die seit 7. Mai laufende Verkaufsserie hinweg kamen bei SK Hynix allein 19,53 Billionen Won zusammen. Kang Jin-hyuk von Shinhan Securities sieht dahinter vor allem groß angelegte Portfolio-Umschichtungen. Nach dem starken Bewertungsanstieg bei Halbleitern realisieren internationale Fonds Gewinne und senken ihre Gewichtungen.
Geld fließt in Robotik und Speicher
Der Abfluss aus Chipwerten bedeutet nicht, dass Kapital den koreanischen Markt komplett meidet. Ein Teil wandert in andere Technologie- und Infrastruktursegmente. Besonders Robotik und Energiespeicher ziehen Geld an.
Die Rotation zeigt sich klar bei mehreren Titeln:
- Doosan Robotics: Nettozuflüsse von 370 Milliarden Won
- Samsung SDI: Nettokäufe von 148,9 Milliarden Won im Bereich Energiespeicher
- Fadu: Nettozuflüsse von 155,6 Milliarden Won am KOSDAQ
- Seojin System: Zuflüsse von 128 Milliarden Won am KOSDAQ
Das Muster ist klar: Ein Teil des Kapitals sucht neue Wachstumsthemen jenseits der großen Halbleiterwerte. Robotik und ESS profitieren dabei von der Suche nach Titeln mit eigener Branchenlogik.
Trotz des Drucks auf Chipwerte hielt sich der Gesamtmarkt stabil. Der KOSPI schloss am 22. Mai bei 7.847,71 Punkten und lag damit 0,41 Prozent im Plus.
Dividendenbild verschiebt sich
Der Kapitalabzug trifft auf ein anderes Signal. Für 2026 erwarten Prognosen, dass SK Hynix und Samsung Electronics 36 Prozent aller inländischen Dividenden in Südkorea stellen. Damit würden die beiden Technologiewerte die Dividendenszene stärker prägen als bisher.
Im Vorjahr lag ihr Anteil bei 22 Prozent. Damals schütteten die beiden Konzerne zusammen rund 12 Billionen Won aus. Der erwartete Sprung zeigt, wie stark Chiphersteller im heimischen Ertragsbild aufrücken.
Der Finanzsektor verliert dagegen an Gewicht. Sein Anteil an den Marktausschüttungen dürfte von 20 auf 18 Prozent sinken. Samsung wägt dabei Ausschüttungsquoten ab, während das Volumen der Chipkonzerne den Markt 2026 dominieren dürfte.
Kurzfristig bleibt die Botschaft eindeutig: Ausländische Fonds bauen bei SK Hynix und Samsung Electronics massiv ab. Die stärkeren Dividendenerwartungen setzen einen Gegenpol, ändern aber nichts an der aktuellen Rotation in Robotik und Energiespeicher. Der Markt trennt damit klar zwischen Gewinnmitnahme bei bisherigen Gewinnern und neuen Zielsektoren.
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