SK Hynix Aktie: 29. Juli mit Quartalszahlen

Speicherchiphersteller erwartet Gewinnsprung um das Siebenfache, während ein historischer Nvidia-Deal und eine ADR-Warnung den Markt bewegen.

Auf einen Blick:
  • Operativer Gewinn soll sich versiebenfachen
  • Historischer Milliarden-Deal mit Nvidia besiegelt
  • Wall Street Journal warnt vor überhitzter ADR-Prämie
  • Aktie trotz Rekordstimmung mit deutlichem Monatsminus

SK Hynix steht vor der wohl wichtigsten Woche des Jahres. Am kommenden Mittwoch, dem 29. Juli, legt der Speicherchiphersteller seine Zahlen für das zweite Quartal vor – nur einen Tag, bevor auch Samsung Electronics berichtet. Gleichzeitig verarbeitet der Markt einen historischen Milliardendeal mit Nvidia und eine ungewöhnliche Warnung der Wall Street Journal-Kolumnistenzunft vor einer überhitzten Nachfrage nach dem Papier in New York.

Analysten erwarten Vervielfachung des Gewinns

Der Konsens für das zweite Quartal liegt bei einem Umsatz von 84,17 Billionen Won, ein Plus von 278,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim operativen Gewinn rechnen Analysten mit rund 64,24 Billionen Won – etwa das Siebenfache des Vorjahreswerts. Die operative Marge dürfte damit bei 75 bis 77 Prozent liegen und läge nach Einschätzung von Marktbeobachtern erstmals klar über der von TSMC, die zuletzt 60,3 Prozent auswies. Gleich sechs Wertpapierhäuser haben ihre Kursziele für SK Hynix zuletzt angehoben, angeführt von KB Securities mit 4,2 Millionen Won, während NH Investment & Securities auf 4,1 Millionen Won kommt. KB-Analysten begründen ihren Optimismus mit der Umstellung auf HBM4, die den DRAM-Markt weiter verknappe – im dritten Quartal rechnen sie mit Preisaufschlägen von mindestens 30 Prozent. Die staatliche National Pension Service kaufte im Juli netto SK-Hynix-Aktien im Wert von 425,8 Milliarden Won zu. Cha Young-joo vom Wise Economy Institute sieht den Gewinnzyklus noch am Anfang und empfiehlt Anlegern einen gestaffelten Einstieg statt eines Alles-auf-einmal-Kaufs.

Nvidia sichert sich Speicherkapazitäten für Jahrzehnte

Die eigentliche Zäsur der vergangenen Woche war jedoch kein Quartalsbericht, sondern eine Absichtserklärung: Die SK Group unterzeichnete beim K-AI-Gipfel in San Francisco eine Vereinbarung über mehr als 500 Milliarden Dollar mit Nvidia, die den Bau einer KI-Fabrik mit bis zu zwei Gigawatt Leistung sowie die langfristige Lieferung von KI-Speicher umfasst. SK Hynix soll dabei HBM4 gemeinsam mit Nvidia weiterentwickeln und langfristig beliefern; zusätzlich wurde ein Speicherliefervertrag mit Microsoft geschlossen. SK Telecom will mit Nvidias Vera-Rubin-Plattform und HBM4-Speicher von SK Hynix ab 2027 ein eigenes KI-Rechenzentrum betreiben. Nvidia-Chef Jensen Huang bezifferte die Gesamtpartnerschaften der SK Group auf über 500 Milliarden Dollar; addiert man weitere Big-Tech-Abkommen, kommt die Gruppe auf 750 Milliarden Dollar. Zusammen mit dem parallel verkündeten 200-Milliarden-Dollar-Abkommen zwischen Samsung und Broadcom summiert sich das gesamte koreanisch-amerikanische Halbleiterpaket auf rund 950 Milliarden Dollar – flankiert von Investitionen in KI-Rechenzentren mit fünf Gigawatt Kapazität und rund zwei Millionen Grafikprozessoren.

Warnung vor überhitzter ADR-Prämie

Parallel zur Euphorie um die Nvidia-Allianz meldete sich James Mackintosh, leitender Marktkolumnist des Wall Street Journal, kritisch zu Wort. Er bezeichnete die Prämie, mit der das in New York gehandelte American Depositary Receipt von SK Hynix gegenüber der Aktie in Seoul gehandelt wird, als „etwas, das an Märkten eigentlich nicht passieren sollte“. Innerhalb von zwei Wochen nach dem Nasdaq-Listing Anfang Juli hatte der Aufschlag zwischen 16 und 51 Prozent geschwankt. Mackintosh macht dafür das begrenzte ADR-Angebot und regulatorische Hürden verantwortlich, die eine Rückumwandlung in koreanische Aktien und damit Arbitrage praktisch unmöglich machen. Er warnt, die Nachfrage nach US-Halbleiteraktien sei „außer Kontrolle“ – ein Vergleich mit TSMC, dessen ADR-Prämie einst über 80 Prozent stieg und danach auf nahe null zurückfiel, dient ihm als Menetekel für mögliche Verluste, sollte sich der Aufschlag wieder auflösen.

Kurs bleibt trotz guter Nachrichten volatil

Von der Euphorie um Milliardendeals und Rekordgewinne ist am Kursniveau derzeit wenig zu spüren. Die Aktie notiert aktuell bei 1.767.000 Won und legt damit im Tagesvergleich um 0,45 Prozent zu. Auf Monatssicht steht dennoch ein Rückgang von 33,89 Prozent zu Buche – ein Nachhall der massiven Gewinnmitnahmen der vergangenen Wochen. Zum 52-Wochen-Hoch klafft weiterhin eine Lücke von 40,84 Prozent. Die Diskrepanz zwischen fundamentaler Rekordstimmung und der Kursentwicklung dürfte sich frühestens am Mittwoch auflösen, wenn die tatsächlichen Zahlen zeigen, ob der von Analysten erwartete Gewinnsprung eintrifft.

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