SK Hynix Aktie: 218 Prozent Plus trotz Baustopp

SK Hynix kämpft mit Bauverzögerungen durch einen Fahrerstreik, während die Aktie dank KI-getriebener Chip-Nachfrage neue Höhen erreicht.

Auf einen Blick:
  • Streik legt Betonarbeiten lahm
  • KI-Boom treibt Aktienkurs an
  • Bauumstellung minimiert Schäden
  • Exporte von Speicherchips explodieren

Starke Nachfrage, stehende Baustellen. Bei SK Hynix prallen aktuell zwei Welten aufeinander. Ein Streik der Transportarbeiter legt den Ausbau wichtiger Chip-Fabriken in Südkorea lahm. Die Börse reagiert darauf erstaunlich gelassen.

Beton-Lieferungen gestoppt

Rund 8.000 Fahrer für Transportbeton streiken im Großraum Seoul. Sie fordern höhere Tarife. Die Aktion trifft prominente Halbleiter-Projekte direkt. Am SK-Hynix-Standort Yongin ruhen die Betonarbeiten komplett. Auch Konkurrent Samsung meldet an seinem Pyeongtaek-Campus einen Baustopp.

Das Management von SK Hynix gibt vorerst Entwarnung. Der Konzern hat die Bauabläufe kurzfristig umgestellt. Dadurch bleibt der direkte Schaden überschaubar. Eine längere Blockade birgt jedoch Risiken. Landesweit stehen die Arbeiten auf über 100 Großbaustellen still.

KI-Fantasie stützt den Kurs

Investoren ignorieren den Baustopp weitgehend. Die SK-Hynix-Aktie klettert am Freitag um 2,33 Prozent auf 2.150.000 Won. Damit setzt das Papier seinen massiven Aufwärtstrend fort. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von knapp 218 Prozent auf der Anzeigetafel.

Kein Wunder. Das operative Geschäft brummt. Südkoreas Halbleiter-Exporte explodieren förmlich. In den ersten zehn Juni-Tagen verdreifachten sich die Ausfuhren im Jahresvergleich auf elf Milliarden US-Dollar. Der globale Boom rund um Künstliche Intelligenz treibt die Nachfrage nach Speicherchips massiv an. Dieser fundamentale Rückenwind überstrahlt die aktuellen Bauverzögerungen.

Die Gewerkschaft hat ein erstes Angebot der Betonhersteller am Mittwoch abgelehnt. Der Streik geht somit in die Verlängerung. Solange die bestehende Produktion läuft, verzeiht der Markt die Verzögerungen beim Ausbau. Bleiben die Mischer aber wochenlang stehen, verschiebt sich der Zeitplan für neue Kapazitäten spürbar. Das würde das künftige Umsatzpotenzial des Chip-Konzerns direkt begrenzen.

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