Ausländische Investoren haben in der vergangenen Woche massiv in koreanische Halbleiterwerte investiert. Netto flossen 7,84 Billionen Won in Kospi-Titel, wobei Samsung Electronics und SK Hynix zusammen 71,3 Prozent dieser Zuflüsse auf sich vereinten – SK Hynix allein zog 2,79 Billionen Won an. Damit setzt sich eine Rally fort, die bereits durch die Dividendenankündigung am vergangenen Mittwoch und die genehmigten Fabrikbauten am Donnerstag befeuert wurde.
Kreditfinanzierte Käufe erreichen neues Niveau
Parallel zu den ausländischen Zuflüssen ist auch die Bereitschaft heimischer Anleger gestiegen, ihre Positionen mit geliehenem Kapital aufzustocken. Die Margin-Schulden in Südkorea kletterten bis zum 13. August auf 30,93 Billionen Won, nach 27,44 Billionen Won noch am 3. August.
Analyst Kim Dong-won von KB Securities führt diesen Anstieg direkt auf die Erholung von Samsung Electronics und SK Hynix nach den vorangegangenen Sorgen um die Nachhaltigkeit des KI-Booms zurück und rechnet mit einer Fortsetzung des Trends.
Diese Entwicklung fällt in eine Phase, in der SK Hynix operativ so stark dasteht wie selten zuvor. Im zweiten Quartal erzielte das Unternehmen einen Rekordumsatz von 79,3187 Billionen Won, ein Plus von 257 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem operativen Ergebnis von 60,5426 Billionen Won und einer operativen Marge von 76 Prozent. Die Massenproduktion des Speicherchips HBM4 ist angelaufen, eine Ausweitung ist für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen.
Ausschüttungspläne bleiben Fundament der Kursstory
Die zuvor beschlossene Kapitalrückgabe wirkt weiter als Anker für das Anlegerinteresse: SK Hynix hatte zugesagt, zwischen 2025 und 2027 die Hälfte des freien Cashflows an Aktionäre zurückzugeben, Schätzungen zufolge bis zu 100 Billionen Won.
Zusammen mit Samsung Electronics könnten beide Konzerne auf bis zu 300 Billionen Won jährlich kommen – eine Größenordnung, die den koreanischen Aktienmarkt insgesamt stützt und ausländisches Kapital zusätzlich anzieht.
Der Kurs spiegelt diese Gemengelage wider: Nach dem Schlusskurs vom Freitag bei 1.645.000 Won, einem Tagesplus von 3,26 Prozent, notiert die Aktie zwar noch 19 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt, hat sich aber binnen sieben Tagen um 16 Prozent verteuert.
Die Diskrepanz zwischen kurzfristiger Erholung und mittelfristigem Durchschnitt zeigt, wie stark der jüngste Ausverkauf nach den Quartalszahlen die Bewertung zunächst gedrückt hatte, bevor Dividendenankündigung, Fabrikgenehmigung und nun die ausländischen Zuflüsse die Gegenbewegung verstärkten.
Wettbewerbsumfeld bleibt angespannt
Trotz der starken Nachfrage nach Speicherchips für KI-Anwendungen bleibt der Wettbewerb hart. Der chinesische Hersteller YMTC hat im zweiten Quartal mit 14 Prozent Marktanteil erstmals Micron und Kioxia bei NAND-Lieferungen überholt, während CXMT im DRAM-Segment bereits 7 Prozent Marktanteil hält.
SK Hynix reagiert darauf unter anderem mit der Wiederaufnahme von Investitionen in die Dalian-Fabrik nach vierjähriger Pause – ein Signal, dass der Konzern seine Kapazitäten trotz der chinesischen Konkurrenz ausbaut.
Samsungs Halbleiterchef Jun Young-hyun mahnte zudem intern zur Vorsicht: Trotz eigener HBM4-Erfolge stamme der Großteil der jüngsten Rekordergebnisse aus dem branchenweiten Superzyklus, nicht aus firmenspezifischen Vorteilen – eine Einschätzung, die auch für SK Hynix Gültigkeit beanspruchen dürfte, sollte sich die Nachfragedynamik einmal abschwächen.
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