Sivers Semiconductors: Thomson-Fonds verkauft 950.000 Aktien

Nach Ende der Verkaufssperre veräußern mehrere Führungskräfte Aktien. Der Kurs bricht ein, während CEO Vathulya hingegen zukauft.

Auf einen Blick:
  • Insider nutzen Ende der Sperrfrist
  • Verwaltungsratschef Bastani verkauft Aktien
  • CEO Vathulya kauft weitere Anteile
  • Kursverlust von über 60 Prozent

Kaum läuft die Verkaufssperre für Sivers-Manager aus, greifen mehrere Insider zum Verkauf. Die Aktie stürzt daraufhin ab. Am Mittwoch brach der Kurs um 13,40 Prozent auf 3,24 Euro ein – nach einem 30-Tage-Verlust von bereits 60,20 Prozent.

Sperrfrist läuft aus, Verkäufe folgen prompt

Sivers Semiconductors informierte am 21. Juli 2026 über den Ablauf einer Lock-up-Vereinbarung. Diese war im Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung entstanden, die der Vorstand am 16. April 2026 beschlossen hatte. Bestimmte Aufsichtsratsmitglieder und Manager hatten sich verpflichtet, bis zum 16. Juli 2026 keine Aktien zu verkaufen. Diese Frist ist nun abgelaufen.

Verwaltungsratschef Bami Bastani handelte sofort. Er spendete 60.000 Aktien an gemeinnützige Organisationen, ohne mit ihnen verbunden zu sein, schenkte 70.000 Aktien an Familienmitglieder und verkaufte am 16. Juli 2026 weitere 275.000 Aktien. Nach diesen Transaktionen hält Bastani noch 381.360 Aktien sowie 625.000 Mitarbeiteroptionen. Ein Teil seines verbliebenen Bestands – 11.360 Aktien vom 9. Juli 2026 – unterliegt einer neuen einjährigen Sperrfrist.

Auch Aufsichtsratsmitglied Todd Thomson zog über seine Investmentvehikel Kapital ab. Seine Gesellschaft Headwaters Capital LLC verkaufte bis zum 22. Juli 2026 insgesamt 950.000 Aktien und spendete weitere 50.000 Stück an eine gemeinnützige Organisation. Thomson bleibt mit 477.027 Aktien dennoch größter Einzelaktionär im Board. Über Kairos Ventures hält er zudem Anteile, die aus dem Verkauf der Portfoliogesellschaft Mixcomm an Sivers im Jahr 2022 stammen – dieses Investmentkomitee reduziert seine Beteiligung seit Jahren immer wieder, um Kapital an seine Anleger zurückzuführen.

Nicht jeder Insider verkaufte. CEO Vickram Vathulya kaufte 70.000 zusätzliche Aktien und hält nun 4.540.076 Aktien sowie 3,7 Millionen Mitarbeiteroptionen.

Handelssperre vor Quartalszahlen rückt näher

Die Insider-Transaktionen fallen in ein enges Zeitfenster. Ab dem 28. Juli 2026 greift gemäß EU-Marktmissbrauchsverordnung eine Closed Period. Bis zur Veröffentlichung des Zwischenberichts für das zweite Quartal am 27. August 2026 dürfen Führungskräfte dann keine Wertpapiergeschäfte mehr tätigen.

Die aktuelle Verkaufswelle wirkt damit wie ein letztes Zeitfenster vor der Funkstille. Wer noch handeln wollte, musste vor dem 28. Juli aktiv werden.

Chartbild zeigt extreme Ausschläge

Der Kurs notiert inzwischen 68,29 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro, das erst am 3. Juni 2026 erreicht wurde. Gleichzeitig liegt er weit unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 6,04 Euro. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 164,38 Prozent verdeutlicht, wie heftig die Kursausschläge der vergangenen Wochen ausgefallen sind.

Der RSI von 37,9 nähert sich der überverkauften Zone. Das deutet darauf hin, dass der Abwärtsdruck an Kraft verlieren könnte – eine Garantie für eine Stabilisierung ist das jedoch nicht.

Ein Jahr aggressiver Kapitalerhöhungen

Die jetzt ausgelaufene Sperrfrist ist Teil eines größeren Musters. Nach Ermächtigung durch die Hauptversammlung vom 15. Juni 2026 beschloss der Vorstand eine gerichtete Kapitalerhöhung über 12.280.701 Aktien, was rund 700 Millionen schwedischen Kronen entspricht. Der Zeichnungspreis lag bei 57 schwedischen Kronen je Aktie, platziert über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren. Die Emission war mehrfach überzeichnet, schwedische wie internationale institutionelle Investoren beteiligten sich.

Bereits im April war eine erste Kapitalrunde vorausgegangen. Damals verpflichtete sich das Unternehmen, 180 Tage lang keine weiteren Aktien auszugeben. Board-Mitglieder wie Bastani, Tomas Duffy, Karin Raj und Thomson sowie CEO Vathulya und CFO Heine Thorsgaard sagten zusätzlich zu, 90 Tage lang keine eigenen Aktien zu verkaufen.

Mit dem Ende der Sperrfrist und der bevorstehenden Handelssperre ab 28. Juli richtet sich der Blick nun auf den Bericht zum zweiten Quartal am 27. August. Er dürfte zeigen, ob sich der Kurs nach den turbulenten Wochen rund um Kapitalerhöhung und Insider-Verkäufe stabilisiert.

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