Sivers Semiconductors kommt nicht zur Ruhe. Die Aktie des Photonik- und Funktechnik-Unternehmens fällt am Freitag um 3,32 Prozent auf 2,97 Euro. Damit setzt sich eine Korrektur fort, die den spektakulären Kursanstieg des Jahres 2026 fast vollständig aufgezehrt hat.
Ausgerechnet in dieser Woche lief eine wichtige Sperrfrist für Insider aus. Das Timing wirft die Frage auf, ob der zusätzliche Verkaufsdruck durch freie Insider-Aktien den Ausverkauf noch verschärft.
Sperrfrist endet, Insider kaufen trotzdem
Vorstandsmitglieder und Führungskräfte, darunter CEO Vickram Vathulya und Finanzchef Heine Thorsgaard, hatten sich im Rahmen einer gerichteten Aktienemission vom 16. April 2026 verpflichtet, bis zum 16. Juli 2026 keine Aktien zu verkaufen. Diese Frist lief genau einen Tag vor dem jüngsten Kursrutsch aus.
Bisher sind keine Insider-Verkäufe bekannt geworden. Im Gegenteil: In den Tagen vor Fristende kauften mehrere Vorstandsmitglieder zu. Bami Bastani, Karin Raj, Helena Svancar, Todd Thomson und Joakim Nideborn führten Käufe aus, die bereits auf der Hauptversammlung im Juni beschlossen worden waren. CEO Vathulya legte zusätzlich für rund 950.000 schwedische Kronen nach.
Das zugrunde liegende Aktienprogramm stammt aus dem Juni-Beschluss der Hauptversammlung. Jedes Vorstandsmitglied erhält darüber eine Million schwedische Kronen, die Hälfte davon ist für Aktienkäufe vorgesehen, der Rest deckt Steuern ab.
Ein Absturz mit Ansage
Der Kursverlauf der vergangenen Wochen zeigt, wie schnell sich die Stimmung drehen kann. Die Aktie notiert inzwischen 71 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro, das sie erst am 3. Juni 2026 erreicht hatte. Allein in den vergangenen 30 Tagen verlor das Papier mehr als 67 Prozent.
Selbst die Insider-Käufe der vergangenen Woche fielen in ein Umfeld, das kaum ungünstiger sein könnte. Die Aktie hatte sich im laufenden Jahr zunächst mehr als verzehnfacht, bevor sie sich innerhalb eines Monats fast halbierte.
Technisch gilt das Papier inzwischen als überverkauft: Der 14-Tage-RSI liegt bei 32,5 und damit deutlich unter der neutralen Marke von 50. Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage bleibt mit über 141 Prozent extrem hoch. Das dürfte spannend werden, sobald sich das Handelsvolumen wieder normalisiert.
Frisches Kapital für die Wachstumsstrategie
Die ausgelaufene Sperrfrist geht auf eine Serie von Kapitalerhöhungen in diesem Jahr zurück. Zuletzt beschloss der Vorstand eine gerichtete Emission von 12.280.701 Stammaktien, entsprechend rund 700 Millionen schwedischen Kronen, zu einem Bezugspreis von 57 Kronen je Aktie über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren.
Die Emission war mehrfach überzeichnet. Sowohl schwedische als auch internationale institutionelle Investoren beteiligten sich, neue wie bestehende Aktionäre. Sivers will das Geld nutzen, um die Fertigungskapazität für InP-Laser und optische Verstärker auszubauen – vor allem für die wachsende Nachfrage aus KI-Rechenzentren und dem Automotive-LIDAR-Segment. Zusätzlich fließt Kapital in den Ausbau des Vertriebs vor Ort und in die Forschung.
Neuer Berichtskalender im Zeichen der US-Notierung
Sivers hat außerdem seinen Finanzberichtskalender angepasst. Das Unternehmen begründet den Schritt mit der Vorbereitung auf künftige regulatorische Anforderungen und die Prüfvorgaben der US-Aufsichtsbehörde PCAOB im Zusammenhang mit einer angestrebten Doppelnotierung. Das Management spricht von einem Bekenntnis zu höchsten Standards bei Genauigkeit, Transparenz und Compliance der Finanzberichterstattung.
Mit ausgelaufener Sperrfrist und einer Aktie tief im überverkauften Bereich richtet sich der Blick nun auf mögliche Insider-Verkäufe und weitere Kapitalmaßnahmen in den kommenden Wochen. Die Kombination aus extremer Kursschwankung, der Verwässerung durch die 700-Millionen-Kronen-Emission und einem näher rückenden Quartalsbericht hält das Papier fest in der Hochrisiko-Kategorie.
Sivers Semiconductors-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Sivers Semiconductors-Analyse vom 17. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Sivers Semiconductors-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Sivers Semiconductors-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Sivers Semiconductors: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...