Sivers Semiconductors Aktie: Q1-Umsatz fällt 22 Prozent

Sivers Semiconductors leidet unter Branchenflaute und eigenen Umsatzrückgängen, verzeichnet aber eine wachsende Auftragspipeline.

Auf einen Blick:
  • Umsatz im ersten Quartal gesunken
  • Photonik-Sparte mit starken Einbußen
  • Kapitalerhöhung über 700 Millionen SEK
  • Auftragspipeline auf 799 Millionen Dollar gestiegen

Sivers Semiconductors steckt mitten in einem branchenweiten Ausverkauf bei Halbleiterwerten – und kämpft zugleich mit eigenen operativen Baustellen. Während der Philadelphia Semiconductor Index im Juli offiziell in den Bärenmarkt gerutscht ist, zeigen die jüngsten Geschäftszahlen des schwedischen Photonik- und Wireless-Spezialisten ein gemischtes Bild: rückläufige Umsätze auf der einen, eine kräftig wachsende Auftragspipeline auf der anderen Seite.

Q1-Umsatz bricht ein, Photonik-Sparte besonders betroffen

Für das Geschäftsjahr 2025 wies Sivers Semiconductors einen Umsatz von 306,6 Millionen SEK aus, aufgeteilt auf die Sparte Wireless mit 213,1 Millionen SEK und Photonics mit 93,4 Millionen SEK. Unter dem Strich blieb ein operativer Verlust von 177,8 Millionen SEK und ein Nettoverlust von 222,6 Millionen SEK stehen. Im ersten Quartal 2026 setzte sich der negative Trend fort: Der Umsatz fiel um 22 Prozent im Jahresvergleich auf 61,9 Millionen SEK, wobei die Photonik-Sparte sogar um 32 Prozent einbrach. Das bereinigte EBITDA lag bei minus 13,8 Millionen SEK, der operative Cashflow bei minus 49,2 Millionen SEK. Drei Großkunden steuerten 2025 zusammen 183,4 Millionen SEK zum Umsatz bei – allesamt aus dem Wireless-Geschäft.

Kapitalerhöhung soll Wachstum finanzieren

Um die Durststrecke zu überbrücken, hatte das Unternehmen im Juni 2026 eine Kapitalerhöhung über 700 Millionen SEK zu einem Preis von 57 SEK je Aktie durchgeführt, die überzeichnet war. Die Marktkapitalisierung lag Ende 2025 bei rund 1,29 Milliarden SEK. Als Wachstumshoffnung führt Sivers Semiconductors seine sogenannte Opportunity-Pipeline an: Diese wird mit 799 Millionen US-Dollar bewertet und ist damit um 77 Prozent gegenüber Ende 2025 gestiegen. Strategisch setzt das Unternehmen auf ein Fab-light-Modell mit einer eigenen Fertigung in Glasgow und Partnerschaften mit externen Fertigern. Für die Hochvolumenproduktion von Lasern kooperiert Sivers Semiconductors mit WIN Semiconductors, daneben bestehen Zusammenarbeiten mit GlobalFoundries, Jabil sowie O-Net/Enablence.

Halbleitersektor unter Druck

Der Kursverfall von Sivers Semiconductors fällt in eine Phase, in der der gesamte Sektor unter Druck steht. Der Philadelphia Semiconductor Index ist seit seinem Hoch Ende Juni um mehr als 20 Prozent gefallen und damit offiziell in den Bärenmarkt eingetreten – ausgelöst unter anderem durch schwächer als erhoffte Wachstumssignale großer Chip-Konzerne. Analysten von Goldman Sachs bezeichneten die Entwicklung als eine der größten Ausverkäufe von Momentum-Strategien der jüngeren Geschichte. Hedgefonds bauten in diesem Umfeld verstärkt Positionen in Halbleiterwerten ab.

Kurs auf niedrigem Niveau, hohe Schwankungen

Die Aktie von Sivers Semiconductors schloss am Freitag bei 3,19 Euro und legte damit um 2,84 Prozent zu. Der Erholungsversuch ändert wenig am mittelfristigen Bild: Über die vergangenen 30 Tage steht ein Minus von 64,77 Prozent, gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro liegt der aktuelle Kurs um 68,84 Prozent zurück. Der 14-Tage-RSI von 34,2 signalisiert eine überverkaufte Situation, ohne dass sich daraus bereits ein Trendwechsel ablesen lässt. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beziffert sich derzeit auf umgerechnet gut eine Milliarde Euro. Für Anleger bleibt die Kombination aus schwachen aktuellen Kennzahlen, frischem Kapital aus der Emission und einer deutlich gewachsenen Opportunity-Pipeline der zentrale Spannungsbogen der kommenden Quartale.

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