Sivers Semiconductors Aktie: Operativer Cashflow auf minus 49,2 Mio. SEK

Schwache Erlöse und steigende operative Verluste belasten die Aktie von Sivers Semiconductors nach der jüngsten Hausse.

Auf einen Blick:
  • Umsatzrückgang um 22 Prozent
  • Operativer Verlust weitet sich aus
  • Negativer Cashflow belastet Bilanz
  • Kapitalerhöhung verwässert Aktienbestand

Nach einer Kursrally von mehr als 2.000 Prozent in drei Monaten landet Sivers Semiconductors wieder bei den harten Kennzahlen. Der Quartalsbericht zeigt schwächere Erlöse, höhere operative Verluste und negativen operativen Cashflow. Damit verschiebt sich die Debatte: Weg von reiner Halbleiter-Fantasie, hin zur Frage der Umsetzung.

Schwaches Quartal belastet die Story

Im Zeitraum Januar bis März 2026 sanken die Nettoumsätze auf 61,9 Mio. SEK. Ein Jahr zuvor hatte Sivers noch 78,9 Mio. SEK erlöst; der Rückgang liegt damit bei 22 Prozent.

Das Management verwies auf Verzögerungen rund um US-Verteidigungsbudgets nach dem Haushaltsstillstand im vierten Quartal 2025. Teile erwarteter Umsätze verschieben sich dadurch in die zweite Jahreshälfte 2026. Dazu kamen negative Währungseffekte sowie höhere Kosten für den Vertriebsausbau und Vorbereitungen auf ein mögliches US-Doppellisting.

Das bereinigte EBITDA fiel auf minus 13,8 Mio. SEK nach minus 6,0 Mio. SEK im Vorjahr. Beim EBIT weitete sich der Verlust auf minus 41,5 Mio. SEK aus; ein Jahr zuvor waren es minus 28,3 Mio. SEK.

Unter dem Strich stand ein Verlust von minus 42,7 Mio. SEK, nach minus 49,9 Mio. SEK. Der Nettoverlust wirkt damit weniger schwach als die operative Entwicklung, löst das Cash-Thema aber nicht.

Der operative Cashflow fiel auf minus 49,2 Mio. SEK nach minus 15,8 Mio. SEK. Das ist nach der starken Kursbewegung der Punkt, der besonders ins Gewicht fällt.

Beim Ergebnis je Aktie gab es eine optische Verbesserung: minus 0,14 SEK nach minus 0,19 SEK. Das Eigenkapital je Aktie sank dagegen von 3,99 auf 2,99 SEK.

Aktie bleibt extrem volatil

Am Freitag schloss die Aktie bei 68,95 SEK, nachdem sie mit 59,25 SEK eröffnet und intraday 83,85 SEK erreicht hatte. Das Handelsvolumen lag bei 35,17 Mio. Aktien.

Am Ende stand ein Minus von 1,8 Prozent, obwohl OMXSPI und OMXS30 jeweils 0,5 Prozent zulegten. Der Bericht stoppte die Spekulation nicht vollständig, machte die Erwartungen aber anfälliger. Nach einem so steilen Anstieg reichen Verzögerungen bei Umsätzen, um die Bewertung stärker zu hinterfragen.

Am 22. Mai hatte der Schlusskurs bei 72,90 SEK gelegen. Eine Woche später waren es 68,95 SEK. Der Wochenverlust lag damit bei rund 5,4 Prozent.

Schärfer wirkt der Vergleich mit dem Montags-Schluss bei 85,55 SEK: Von dort bis Freitag verlor die Aktie rund 19,4 Prozent. Der Rücksetzer ist dennoch kein kompletter Bruch der Rally. Seit dem Schlusskurs vom 20. Mai bei 54,00 SEK liegt die Aktie immer noch rund 27,7 Prozent höher.

Kapitalerhöhung bringt Verwässerung

Parallel dazu hat sich die Aktienzahl erhöht. Zum 29. Mai lag die Gesamtzahl der Aktien bei 319.953.572.

Davon entfielen 305.154.751 auf Stammaktien und 14.798.821 auf Aktien der Serie C; die Stimmrechte summierten sich auf 306.634.633,1. Auslöser war eine gerichtete Neuemission von 8.620.000 Stammaktien, die der Vorstand am 15. April beschlossen und eine außerordentliche Hauptversammlung am 11. Mai genehmigt hatte.

Die Kapitalerhöhung brachte rund 125 Mio. SEK und institutionelle Investoren an Bord. Für die Investmentstory heißt das: Die finanzielle Reichweite ist größer, die Verwässerung aber real.

Operativ verkauft Sivers weiterhin eine Wachstumsstory rund um Photonics, Wireless, KI-Rechenzentren, SATCOM, Verteidigung und mmWave-Technologie. Mehrere Produktanläufe sieht das Unternehmen weiter auf Kurs für 2027. Genannt wurden unter anderem ein Entwicklungsvertrag mit einem US-Verteidigungsunternehmen, neue SATCOM-Beamforming-Chips und Antennenpanels sowie Demonstrationen von Photonics- und Laser-Array-Lösungen.

Die nächste Messlatte liegt in der zweiten Jahreshälfte 2026. Dort erwartet Sivers die verschobenen Umsätze und will zugleich am Wachstumsplan für das Gesamtjahr festhalten. Nach dem schwachen Auftakt zählen nun drei Punkte: Umsatznachlauf, Cash-Verbrauch und die Wirkung der neuen Aktienzahl. Solange diese Punkte nicht klarer werden, dürfte die Aktie weniger von Momentum und stärker von Lieferfähigkeit getrieben werden.

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