Bei Sivers Semiconductors kommen an diesem Wochenende zwei Negativfaktoren zusammen: Insider nutzen das Ende einer Lock-up-Frist zum Verkauf von Aktien, während der Kurs des schwedischen Halbleiterherstellers bereits seit Wochen unter starkem Druck steht. Am Freitag berichteten Marktbeobachter, dass Bastani und Thomson im Anschluss an den Ablauf ihrer Haltefrist Anteile veräußert haben. Konkrete Stückzahlen oder Erlöse wurden zu diesem Verkauf nicht bekannt.
Insider trennen sich von Aktien nach Fristablauf
Lock-up-Vereinbarungen verpflichten Investoren oder Führungskräfte üblicherweise, ihre Anteile für einen bestimmten Zeitraum nach einer Transaktion oder einem Börsengang zu halten. Läuft diese Frist aus, können betroffene Aktionäre erstmals wieder frei verkaufen – ein Schritt, den Bastani und Thomson am Freitag vollzogen. Solche Verkäufe fallen bei ohnehin angeschlagenen Kursen besonders ins Gewicht, weil sie zusätzliches Angebot in einen Markt bringen, der bereits unter Verkaufsdruck steht. Im US-amerikanischen Freiverkehr, wo das Papier unter dem Kürzel SIVEF gehandelt wird, schloss die Aktie tags zuvor bei 3,13 US-Dollar und verlor damit 7,67 Prozent an einem einzigen Handelstag.
Kurs setzt Talfahrt fort
Die Bewegung im US-Handel reiht sich in einen deutlich breiteren Abwärtstrend ein. Im Frankfurter beziehungsweise heimischen Handel schloss die Sivers-Aktie am Freitag bei 2,83 Euro, ein Minus von 6,35 Prozent binnen eines Tages. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Verlust auf 60,69 Prozent – ein Einbruch, der die Aktie meilenweit von ihrem Jahreshoch entfernt hat, das die Titel Anfang Juni noch erreicht hatten. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt inzwischen bei umgerechnet rund 899 Millionen Euro.
Für Anleger verdichtet sich damit ein Bild aus zwei sich verstärkenden Kräften: Auf der einen Seite drückt strukturelles Verkaufsangebot durch ausgelaufene Haltefristen auf den Kurs, auf der anderen Seite scheint der Markt die fundamentale Bewertung des Unternehmens neu zu justieren. Beide Effekte lassen sich in der aktuellen Nachrichtenlage nicht eindeutig trennen, verstärken sich aber gegenseitig, solange weitere Insider ihre Bestände reduzieren.
Volatilität bleibt außergewöhnlich hoch
Die Kursschwankungen bei Sivers Semiconductors fallen im Branchenvergleich extrem aus. Anders als bei größeren Halbleiterwerten, deren Bewegungen zuletzt eher im niedrigen einstelligen Prozentbereich lagen, bewegt sich die Sivers-Aktie in Tages- und Wochenschritten, die ein Vielfaches davon ausmachen. Für Investoren bedeutet das: Wer nach dem jüngsten Rückgang Substanz sucht, muss mit weiteren heftigen Ausschlägen rechnen, solange Lock-up-bedingte Verkäufe und die allgemeine Unsicherheit über die Unternehmensbewertung den Handel prägen. Weitere Details zu möglichen zusätzlichen Insiderverkäufen oder deren Umfang lagen zum Wochenende nicht vor.
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