Sivers Semiconductors sichert sich frisches Kapital. Die Nachfrage der Investoren war riesig. Trotzdem stürzt die Aktie ab. Ein toxischer Mix aus Leerverkäufern und Behördenermittlungen treibt Anleger in die Flucht.
Frisches Geld mit Abschlag
Das schwedische Photonik-Unternehmen sammelt 700 Millionen Kronen ein. Der Platzierungspreis liegt bei 57 Kronen je Aktie. Das entspricht einem Abschlag von knapp zehn Prozent.
Die Verwässerung für bestehende Aktionäre bleibt mit rund drei Prozent moderat. Der Markt reagiert trotzdem gnadenlos. Die Aktie bricht heute um 9,48 Prozent auf 5,25 Euro ein. Vom 52-Wochen-Hoch hat sich der Kurs fast halbiert.
Leerverkäufer und Ermittler
Die Kapitalerhöhung fällt in eine tiefe Krise. Anfang Juni veröffentlichte Ningi Research einen kritischen Bericht. Die Leerverkäufer werfen Sivers vor, Umsätze für noch gar nicht existierende Produkte verbucht zu haben. Eine offizielle Stellungnahme des Managements fehlt bislang.
Die Folge: Die Leerverkaufsquote explodierte von unter zwei auf 17 Prozent. Fast jede fünfte Aktie wettet nun gegen das Unternehmen.
Parallel dazu ermitteln schwedische Behörden wegen möglichen Insiderhandels. Vor der Ankündigung eines US-Börsengangs waren präzise Details durchgesickert. Auch zwei US-Kanzleien prüfen bereits Aktionärsklagen.
Ein weiteres Risiko rückt näher. Am 16. Juli enden die Haltefristen für das Management. CEO Vickram Vathulya und Finanzchef Heine Thorsgaard könnten dann eigene Aktien verkaufen.
Diskrepanz bei den Zahlen
Operativ hakt es ebenfalls. Im ersten Quartal sank der Umsatz um 22 Prozent auf rund 62 Millionen Kronen. Wirtschaftsprüfer äußerten bereits Zweifel am Fortbestand des Unternehmens. Eine Neubewertung nach US-Standards vergrößerte den Vorjahresverlust massiv.
Das Management verweist dagegen auf die Zukunft. Die Projektpipeline wuchs in diesem Jahr auf 799 Millionen US-Dollar. Ein wichtiger LiDAR-Kunde startet im vierten Quartal die Serienproduktion. Dieses Programm allein soll bis zu 138 Millionen Dollar einbringen.
Der nächste Stichtag steht fest. Am 6. August 2026 veröffentlicht Sivers den Bericht für das zweite Quartal. Dann muss das Management die Vorwürfe der Leerverkäufer mit harten Fakten entkräften. Bis dahin bleibt die Aktie mit einer Volatilität von 225 Prozent ein hochriskantes Papier.
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