Sivers Semiconductors Aktie: 7,98 Prozent Minus am Donnerstag

Nach Ende der Sperrfrist veräußern Führungskräfte Millionen Aktienpakete. Der Kurs der Sivers-Aktie setzt seinen Abwärtstrend fort.

Auf einen Blick:
  • Aufsichtsratschef spendet und verkauft Aktien
  • Board-Mitglied Thomson veräußert fast eine Million Anteile
  • CEO Vathulya hält an Aktienkaufstrategie fest
  • Quartalszahlen am 27. August erwartet

Sivers Semiconductors rutscht weiter ab. Am Donnerstag verlor die Aktie 7,98 Prozent und schloss bei 3,00 Euro. Binnen 30 Tagen summiert sich der Absturz auf 58,33 Prozent. Auslöser diesmal: Mehrere Insider haben nach Ablauf einer Sperrfrist Aktien verkauft, verschenkt und verteilt.

Aufsichtsratschef und Board-Mitglied trennen sich von Millionenpaketen

Im April hatte der Vorstand eine gezielte Aktienemission beschlossen. Bestimmte Anteilseigner aus Vorstand und Management verpflichteten sich damals, bis zum 16. Juli 2026 keine Aktien zu verkaufen. Diese Sperrfrist ist nun ausgelaufen.

Aufsichtsratschef Bami Bastani reagierte schnell. Er spendete 60.000 Aktien an gemeinnützige Organisationen, schenkte 70.000 Aktien an Familienangehörige und verkaufte am 16. Juli weitere 275.000 Aktien. Nach diesen Transaktionen hält Bastani noch 381.360 Aktien, davon unterliegen 11.360 Stück einer neuen einjährigen Sperrfrist.

Noch deutlicher fiel der Schritt von Board-Mitglied Todd Thomson aus. Thomson hält Anteile über sein Investmentvehikel Headwaters Capital LLC und vertritt zugleich die Beteiligung von Kairos Ventures am Unternehmen. Kairos war 2022 über den Verkauf seines Portfoliounternehmens Mixcomm an Sivers Semiconductors eingestiegen. Das Investmentkomitee von Kairos entschied sich nun, einen Teil der Aktien an Investoren zu verteilen, die am Unternehmen beteiligt bleiben wollen, und den Rest zu verkaufen.

Headwaters Capital verkaufte bis zum 22. Juli 950.000 Aktien und schenkte weitere 50.000 Aktien einer gemeinnützigen Organisation. Thomson bleibt trotz dieser Verkäufe größter Anteilseigner unter den Board-Mitgliedern. Er hält weiterhin 477.027 Aktien, 12.500 davon mit einjähriger Sperrfrist.

Nicht jeder Insider zog in dieselbe Richtung. CEO Vickram Vathulya kaufte zusätzliche Aktien und hält nun über 4,5 Millionen Anteile plus Mitarbeiteroptionen.

Blackout-Periode vor Quartalszahlen

Sivers bestätigte parallel zur Insider-Meldung den nächsten Termin: Am 27. August 2026 legt das Unternehmen vor Handelsbeginn an der Nasdaq Stockholm den Zwischenbericht für das zweite Quartal vor. Ab dem 28. Juli greift nach EU-Marktmissbrauchsverordnung eine Closed Period. Bis zur Veröffentlichung dürfen Führungskräfte keine Transaktionen mit Firmenanteilen mehr tätigen.

Das bedeutet: Für die kommenden Wochen bleibt der Markt ohne Einblick in weitere Insider-Bewegungen. Anleger müssen die jüngsten Verkäufe und das große Kapitalvolumen im Hintergrund allein verdauen.

Aktie tief im Korrekturmodus

Die Insider-Verkäufe treffen eine Aktie, die sich bereits in einer heftigen Korrektur befindet. Vom 52-Wochen-Hoch bei 10,23 Euro aus dem Juni liegt der Kurs inzwischen 70,67 Prozent entfernt. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 161,85 Prozent zeigt, wie extrem die Kursausschläge der vergangenen Wochen ausgefallen sind.

Die Verkaufswelle folgt zudem kurz auf eine gezielte Aktienemission über umgerechnet rund 700 Millionen schwedische Kronen. Der Vorstand hatte, gestützt auf die Ermächtigung der Hauptversammlung vom 15. Juni, die Ausgabe von gut 12,28 Millionen neuen Stammaktien zu einem Zeichnungspreis von 57 schwedischen Kronen beschlossen. Die Emission war mehrfach überzeichnet, institutionelle Investoren aus Schweden und dem Ausland beteiligten sich sowohl als neue als auch als bestehende Aktionäre.

Bis zur Vorlage der Quartalszahlen am 27. August bleibt die Closed Period in Kraft. Erst danach dürfen Insider wieder handeln – und der Markt erfährt, ob die jüngsten Verkäufe ein Einzelfall bleiben oder sich fortsetzen.

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