Sivers Semiconductors hat zum heutigen Freitag eine markante Ausweitung seiner Aktienbasis bekanntgegeben. Der schwedische Chiphersteller zählt nun 355.081.317 Aktien und Stimmen – ein deutlicher Sprung gegenüber dem vorherigen Stand. Grund für die Erhöhung sind zwei separate Kapitalmaßnahmen, die der Vorstand in den vergangenen Wochen beschlossen hatte.
Gerichtete Emission und Wandlung eines Darlehens
Zum einen wurden 12.280.701 neue Aktien im Rahmen einer gerichteten Emission ausgegeben, die der Vorstand am 30. Juni beschlossen hatte. Zum anderen wandelte das Unternehmen ein Wandeldarlehen in 22.847.044 Aktien um, die an Bootstrap Europe IV SCSp gehen – dieser Beschluss stammt vom 3. Juli. Beide Maßnahmen zusammen verwässern die Beteiligung bestehender Aktionäre spürbar, da sich die Gesamtzahl der Anteile um mehr als 35 Millionen Stück erhöht. Für Anleger bedeutet das: Der Gewinn je Aktie und künftige Ausschüttungen verteilen sich künftig auf eine breitere Basis.
Kurssprung im US-Handel
Während die Kapitalstruktur in Schweden neu justiert wurde, sorgte die Aktie in den USA für Aufsehen. Am Donnerstag schoss die Notierung von Sivers Semiconductors im außerbörslichen Handel um 20 Prozent auf 3,24 US-Dollar nach oben, nachdem sie am Vortag noch bei 2,70 US-Dollar geschlossen hatte. Das Tageshoch lag bei 3,28 US-Dollar, das Tagestief bei 2,99 US-Dollar. Mit 2,38 Millionen gehandelten Aktien fiel das Volumen deutlich über dem sonst üblichen Niveau aus – ein Indiz dafür, dass die Nachricht über die Aktienemission und die Wandlung des Darlehens auch jenseits des Heimatmarkts registriert wurde.
Der starke Tagesgewinn in den USA passt allerdings nicht zu der insgesamt schwachen Kursentwicklung der vergangenen Wochen. Wer die Aktie über einen längeren Zeitraum verfolgt, sieht vor allem einen deutlichen Abwärtstrend, der durch den einzelnen Handelstag kaum kompensiert wird.
Seeking Alpha übt scharfe Kritik
Just an diesem Freitag veröffentlichte Seeking Alpha eine kritische Einschätzung zur Aktie unter dem Titel „Overhyped With Poor Fundamentals“. Die Analyse bemängelt sowohl die Bewertung als auch die fundamentale Verfassung des Unternehmens. Konkrete Kennziffern zur Untermauerung dieser Einschätzung nannte die Publikation nicht, doch die Stoßrichtung ist eindeutig: Die aktuelle Marktkapitalisierung passe nicht zu den operativen Realitäten des Unternehmens.
Chartbild bleibt angeschlagen
Im europäischen Handel notiert die Aktie aktuell bei 2,78 Euro – exakt auf dem Niveau des Donnerstagsschlusses. Auf Monatssicht steht dennoch ein Verlust von 48,12 Prozent zu Buche, und vom 52-Wochen-Hoch bei 10,23 Euro, das am 3. Juni markiert wurde, trennen die Aktie mittlerweile 72,84 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 37,4 signalisiert zwar keine extreme Überverkauftheit, deutet aber auf anhaltend schwachen Momentum-Charakter hin.
Für Anleger ergibt sich damit ein zwiespältiges Bild: Auf der einen Seite die frische Verwässerung durch die neuen Aktien und die kritische Fundamentalanalyse von Seeking Alpha, auf der anderen Seite ein kurzfristiger Kurssprung im US-Handel, der offenbar eher spekulativer Natur war. Die extrem hohe annualisierte Volatilität von 167,37 Prozent unterstreicht, dass die Aktie weiterhin zu den risikoreichsten Titeln im Halbleitersegment zählt.
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