Sivers Semiconductors Aktie: 65 Prozent unter Jahreshoch

Die Aktie von Sivers Semiconductors verliert in 30 Tagen fast 60 Prozent. Technische Indikatoren deuten auf eine mögliche Stabilisierung hin.

Auf einen Blick:
  • Kurssturz von fast 60 Prozent
  • RSI nähert sich überverkaufter Zone
  • Hohe Volatilität von 154 Prozent
  • US-Notierung mit starken Schwankungen

Ein Kursverfall von fast 60 Prozent in nur 30 Tagen lässt Anleger von Sivers Semiconductors nach Halt suchen. Die schwedische Chipfirma schloss am Mittwoch bei 3,55 Euro. Der Titel bewegt sich damit tief im Korrekturmodus, weit entfernt von seinem Rekordhoch aus dem Frühsommer.

Die Zahlen zeichnen ein klares Bild der Talfahrt. Auf Wochensicht verlor die Aktie 14,55 Prozent, auf Monatssicht sogar 58,28 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro, erreicht am 3. Juni 2026, klafft mittlerweile eine Lücke von 65,34 Prozent.

Trotz des Absturzes bleibt die Marktkapitalisierung mit 1,14 Milliarden Euro beachtlich. Das liegt auch daran, dass die Aktie seit ihrem 52-Wochen-Tief von 0,27 Euro im März eine enorme Rally hingelegt hatte — der aktuelle Kurs liegt noch immer 1.238 Prozent über diesem Tiefpunkt. Die jüngste Korrektur relativiert diesen Anstieg nun deutlich.

US-Notierung zeigt starke Ausschläge

Am 15. Juli lieferte die in New York gehandelte Aktie (Ticker: SIVEF) ein Beispiel für die extreme Nervosität im Papier. Die Notierung startete bei 4,27 Dollar, kletterte im Handelsverlauf auf 5,10 Dollar und fiel dann auf ein Tagestief von 3,96 Dollar zurück. Am Ende stand ein Minus von 5,82 Prozent bei 4,13 Dollar.

Das Handelsvolumen erreichte an diesem Tag rund 2,01 Millionen Aktien. Ein deutliches Zeichen für aktive Positionierung der Anleger. Gemessen am 50-Tage-Durchschnitt von 6,15 Euro notiert die Aktie damit 42,39 Prozent tiefer — ein Wert, der die Wucht der Korrektur unterstreicht.

RSI nähert sich überverkauften Zonen

Aus technischer Sicht wird die Lage interessant. Der 14-Tage-RSI steht aktuell bei 35,6 und nähert sich damit der Schwelle von 30, die viele Marktteilnehmer als überverkauft einstufen. Ein Wert in dieser Region deutet häufig darauf hin, dass der Verkaufsdruck der vergangenen Wochen übertrieben sein könnte.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 154,15 Prozent — ein extrem hoher Wert, der die Unsicherheit rund um den Titel widerspiegelt. Der 100-Tage-Durchschnitt von 3,83 Euro liegt nur knapp über dem aktuellen Kurs. Das könnte in den kommenden Handelstagen zur wichtigen Marke werden.

Ein turbulentes Umfeld für die Chipbranche

Der Kursverfall bei Sivers fällt in eine Woche mit hoher Nachrichtendichte für die globale Halbleiterbranche. Taiwan Semiconductor Manufacturing Company legt heute, am 16. Juli, seine Quartalszahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Analysten erwarten einen Rekordumsatz von rund 39,76 Milliarden Dollar, getragen von der anhaltenden Nachfrage nach KI-Chips.

Parallel dazu kündigte der südkoreanische Speicherchip-Hersteller SK Hynix ein gewaltiges Investitionsprogramm für seine Produktionscluster an, umgerechnet etwa 713 Milliarden Dollar. Der Vorstandschef warnte gleichzeitig vor einer möglichen Angebotsknappheit im Jahr 2027. Im Wettbewerbsumfeld sorgen zudem Patentstreitigkeiten für Unruhe: Der Konkurrent Navitas Semiconductor sieht sich derzeit einer Klage von Wolfspeed gegenüber — ein Zeichen für das schärfer werdende rechtliche Klima rund um Leistungshalbleiter-Technologien.

Für Sivers Semiconductors bleibt die Lage angespannt. Die Aktie tritt die letzten Handelstage der Woche mit einem Abstand von 65,34 Prozent zu ihrem Jahreshoch an. Ob die Nähe zur überverkauften RSI-Zone und mögliche positive Impulse aus der TSMC-Bilanz für eine Stabilisierung sorgen, zeigt sich in den kommenden Sitzungen.

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