Sivers Semiconductors treibt den Ausbau seiner Laserfertigung voran. Vergangene Woche kündigte das Unternehmen eine Investition von 30 Millionen US-Dollar in die Erweiterung seines Werks in Glasgow an. Das Ausbauprogramm soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen und im vierten Quartal 2027 betriebsbereit sein.
Kapazität für über 100 Millionen Laser pro Jahr
Nach Abschluss der Erweiterung soll die Anlage jährlich mehr als 100 Millionen CW-DFB-Laser produzieren können. Diese Bauteile kommen unter anderem in optischen Übertragungssystemen zum Einsatz, deren Nachfrage durch den Ausbau von Rechenzentren und KI-Infrastruktur zuletzt spürbar gestiegen ist.
Die Investitionsentscheidung fällt in eine Phase, in der Sivers seine Auftragspipeline erst kürzlich auf 1,2 Milliarden US-Dollar beziffert hatte – ein Sprung von 268 Prozent gegenüber Dezember 2025, wie das Unternehmen zu seinen Quartalszahlen Ende August mitteilte.
Der Produktumsatz war im zweiten Quartal um 18 Prozent gestiegen, während der Gesamtumsatz wegen Verschiebungen einzelner Aufträge um 12 Prozent auf 53,8 Millionen schwedische Kronen zurückging.
Die Kapazitätsaufstockung in Glasgow ist damit als Wette auf die künftige Nachfrage aus genau diesem Pipeline-Wachstum zu lesen. Ob sich das Investment auszahlt, hängt davon ab, wie viele der georteten Aufträge tatsächlich in Verträge münden.
Kurs bleibt unter Druck
An der Börse kommt die Ausbaunachricht bislang nicht als klares Kaufsignal an. Die Aktie notiert am heutigen Donnerstag bei 2,59 Euro und verliert damit 5,9 Prozent, nachdem sie am Mittwoch noch bei 2,75 Euro geschlossen hatte.
Über die vergangenen 30 Tage steht ein Minus von 31 Prozent zu Buche – ein Zeitraum, in dem auch die im August gemeldeten Geschäftszahlen und die parallel diskutierten Kapitalmaßnahmen verarbeitet wurden. Zwischenzeitlich hatte sich der Kurs binnen einer Woche noch um 6,8 Prozent erholt, bevor die jüngste Schwäche die Gewinne wieder auffraß.
Der starke Ausschlag nach unten passt zu einem Titel, der in den vergangenen Monaten für erhebliche Schwankungen bekannt war – die 30-Tage-Volatilität liegt bei annualisiert 153 Prozent. Ein klarer, öffentlich kommunizierter Auslöser für den heutigen Rückgang lässt sich nicht feststellen; die Glasgow-Investition selbst liegt bereits eine Woche zurück und dürfte kaum als alleiniger Erklärungsfaktor taugen.
Blick auf US-Notierung
Parallel zum Kapazitätsausbau bereitet Sivers weiter eine mögliche Zweitnotierung in den USA vor. Das Management hatte bei der Vorlage der Quartalszahlen signalisiert, bis Anfang 2027 handelsbereit zu sein. Eine solche Notierung könnte dem Unternehmen zusätzlichen Zugang zu US-Investoren verschaffen, die im Optik- und KI-Infrastruktursegment aktiv sind – ein Feld, in dem Sivers mit dem Glasgow-Ausbau seine Position stärken will.
Für Anleger bleibt die Gemengelage unübersichtlich: Auf der einen Seite steht eine wachsende Pipeline und eine konkrete Kapazitätserweiterung, auf der anderen ein Kurs, der binnen eines Monats knapp ein Drittel seines Wertes verloren hat. Ob sich die operativen Fortschritte in stabileren Notierungen niederschlagen, dürfte sich erst mit den kommenden Quartalszahlen zeigen.
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