Sivers Semiconductors Aktie: 22 Prozent Umsatzrückgang im Q1

Sivers Semiconductors erneuert Aufsichtsrat, verschiebt Mitarbeiterprogramm und kämpft mit Umsatzrückgang trotz wachsender Auftragspipeline.

Auf einen Blick:
  • Aufsichtsrat grundlegend umbesetzt
  • Mitarbeitervergütungsprogramm vorerst zurückgezogen
  • Umsatz im ersten Quartal gesunken
  • Auftragspipeline wächst auf 799 Millionen Dollar

Der Halbleiterspezialist Sivers Semiconductors startet in die neue Handelswoche mit einem frisch umgebauten Aufsichtsgremium — und einer Reihe offener Fragen, die Anleger bis August beschäftigen dürften.

Vorstand komplett neu aufgestellt

Auf der Hauptversammlung am 15. Juni hat Sivers den Vorstand grundlegend erneuert. Bami Bastani, Karin Raj und Todd Thomson wurden wiedergewählt. Neu hinzugekommen sind Joakim Nideborn als stellvertretender Vorsitzender und Helena Svancar. Bastani bleibt Vorsitzender.

Gleichzeitig schieden Tomas Duffy, Erik Fallstrom und Keith Halsey aus dem Gremium aus. Duffy hatte zuvor als Vize- und zeitweise als Vorsitzender fungiert. Der Wechsel ist damit substanziell — nicht kosmetisch.

Mitarbeiterprogramm vertagt

Weniger reibungslos verlief die Hauptversammlung beim Thema Mitarbeitervergütung. Die Tagesordnungspunkte 14 bis 16 — allesamt Bestandteile des geplanten Incentive-Programms — zog der Vorstand zurück. Das neue Gremium soll zunächst eigene Vorstellungen einbringen. Ein umfassenderes Programm soll dann auf einer künftigen Hauptversammlung zur Abstimmung kommen. Einen Termin dafür gibt es noch nicht.

Hinzu kommt die Ratifizierung eines Wandeldarlehens. Die Aktionäre stimmten einem gesicherten Konvertiblen über rund 327.000 US-Dollar zu, gezeichnet von Bootstrap Europe 4.0 S.à r.l., mit einem Zinssatz von 10,85 Prozent jährlich und Laufzeit bis Ende 2029.

Pipeline wächst, Umsatz noch nicht

Das eigentliche Spannungsfeld liegt in den Zahlen. Im ersten Quartal brach der Nettoumsatz um 22 Prozent auf 61,9 Millionen Schwedische Kronen ein. Das bereinigte EBITDA lag bei minus 13,8 Millionen Kronen. CEO Vickram Vathulya begründete das mit Verzögerungen im US-Verteidigungsbudget infolge des Regierungsstillstands Ende 2024 — Erlöse aus Q1 und Q2 seien ins zweite Halbjahr 2026 verschoben worden.

Die Auftragspipeline erzählt eine andere Geschichte. Sie wuchs seit Jahresbeginn um 77 Prozent auf 799 Millionen US-Dollar. Ein Produktionsvertrag mit dem britischen Satellitenkommunikationsunternehmen ALL.SPACE über 8,2 Millionen US-Dollar mit Lieferungen bis 2027 unterstreicht den Übergang von der Entwicklungs- zur Serienphase. Ferner kooperiert Sivers mit GlobalFoundries, um Laserarray-Lösungen für KI-Rechenzentren auf der Silicon-Photonics-Plattform des Chipfertigers zu entwickeln.

Die Aktie schloss den Freitag bei 8,65 Euro — ein Minus von 1,65 Prozent. Vom 52-Wochen-Tief bei 0,27 Euro im März hat sich der Kurs mehr als verdreißigfacht, liegt aber noch rund 15 Prozent unter dem Junihoch von 10,23 Euro.

Der nächste harte Datenpunkt ist der Quartalsbericht am 6. August 2026. Dann zeigt sich, ob die verschobenen Verteidigungsaufträge tatsächlich in den Büchern landen — und ob die Pipeline-Zahlen mehr sind als ein Versprechen.

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