Sivers Semiconductors Aktie: 13,37-Prozent-Einbruch nach Lock-up-Ende

Nach Ablauf der Sperrfrist trennen sich Führungskräfte und Großaktionäre von Millionen Aktien. Der Kurs fällt seit Wochen.

Auf einen Blick:
  • Kurs stürzt um über 13 Prozent ab
  • Board-Mitglieder stoßen Millionen Aktien ab
  • Kapitalerhöhung im April als Auslöser
  • Nächster Quartalsbericht für August angekündigt

Sivers Semiconductors brechen um 13,37 Prozent auf 3,27 Euro ein. Der Auslöser ist kein neues Betriebsergebnis, sondern das Ende einer Sperrfrist. Führungskräfte und Aufsichtsräte durften seit April keine Aktien verkaufen. Jetzt tun sie es in großem Stil.

Aufsichtsrat und Großaktionär trennen sich von Millionen Aktien

Sivers bestätigte am 21. Juli das Auslaufen der Lock-up-Vereinbarung, die an die gerichtete Aktienemission vom April gekoppelt war. Board-Mitglieder und Management waren bis zum 16. Juli 2026 vom Verkauf ausgeschlossen. Diese Frist ist nun vorbei.

Die Meldungen zeigen deutliche Bewegungen an der Spitze. Verwaltungsratschef Bami Bastani spendete 60.000 Aktien an wohltätige Organisationen und schenkte 70.000 Aktien Familienangehörigen. Zusätzlich verkaufte er am 16. Juli 275.000 Aktien und hält nun noch 381.360 Aktien sowie 625.000 Mitarbeiteroptionen.

Noch deutlicher fällt der Rückzug von Board-Mitglied Todd Thomson aus. Seine Investmentgesellschaft Headwaters Capital LLC verkaufte bis zum 22. Juli 950.000 Aktien und schenkte weitere 50.000 Aktien einer gemeinnützigen Organisation. Thomson bleibt mit 477.027 Aktien dennoch größter Einzelaktionär im Board.

Auch der Wagniskapitalgeber Kairos Ventures, über Thomson mit dem Board verbunden, zog sich weiter zurück. Kairos erhielt seinen Anteil 2022 durch den Verkauf der Portfoliofirma Mixcomm an Sivers und verkauft seither immer wieder Stücke. Das Investmentkomitee entschied nun, verbliebene Aktien an Investoren zu verteilen, die sie halten wollen — den Rest verkauft Kairos.

Kapitalerhöhung ging den Verkäufen voraus

Die Insider-Verkäufe folgen auf eine frische Kapitalrunde. Der Vorstand hatte eine gerichtete Emission von 12.280.701 Aktien beschlossen, umgerechnet rund 700 Millionen schwedische Kronen, zum Zeichnungspreis von 57 Kronen je Aktie. Das Angebot war mehrfach überzeichnet, schwedische wie internationale Institutionelle beteiligten sich.

Der Kursverlauf seither zeigt das Ausmaß der Korrektur. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro am 3. Juni ist die Aktie um 68,07 Prozent gefallen. Allein in den vergangenen 30 Tagen verlor das Papier 62,99 Prozent, in der letzten Woche weitere 7,95 Prozent.

Meldesperre setzt vor dem Quartalsbericht ein

Sivers bestätigte parallel den nächsten Termin für Unternehmenszahlen: Am 27. August veröffentlicht der Konzern den Quartalsbericht für das zweite Quartal 2026, vor Handelsbeginn an der Nasdaq Stockholm. Ab dem 28. Juli gilt eine Closed Period nach EU-Marktmissbrauchsverordnung — bis zur Veröffentlichung dürfen Insider dann keine Aktien mehr handeln.

Damit sind in den kommenden Wochen keine weiteren Insider-Transaktionen zu erwarten. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 165,64 Prozent zeigt, wie nervös der Markt die Aktie derzeit einpreist. Der RSI von 38,1 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain — nach dem steilen Absturz von den Juni-Höchstständen bleibt die charttechnische Lage angespannt.

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