Nach einem der spektakulärsten Kursanläufe an der Stockholmer Börse steht Sivers Semiconductors heute vor einem entscheidenden Test. Der schwedische KI-Chip-Spezialist veröffentlicht seine Quartalsergebnisse für Q1 2026 — und Anleger wollen wissen, ob die Fundamentaldaten die Bewertung rechtfertigen.
Rasanter Anstieg, ernüchternde Zahlen
Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 1.700 Prozent zugelegt. Die Marktkapitalisierung liegt bei etwa 23,5 Milliarden schwedischen Kronen — umgerechnet rund 2,5 Milliarden US-Dollar. Das ist bemerkenswert für ein Unternehmen, das 2025 einen Nettoverlust von 222,6 Millionen Kronen auswies.
Diese Zahl stammt aus dem neu aufgestellten Jahresbericht 2025, den Sivers am 13. Mai veröffentlichte. Das Unternehmen passte seine Bücher an die PCAOB-Standards an — eine Voraussetzung für eine mögliche Notierung an der Nasdaq in New York. Der operative Verlust (EBIT) stieg dabei auf 177,8 Millionen Kronen. Der freie Cashflow lag auf Zwölfmonatsbasis bei minus 92,4 Millionen Kronen.
Leerverkäufer und Indexkäufer gleichzeitig
Das Missverhältnis zwischen Kurs und Kennzahlen zieht Leerverkäufer an. Rund 17 Prozent der frei handelbaren Aktien lagen Ende Mai auf Leihe — Anfang März waren es noch etwa 1,6 Prozent. Voleon Capital Management hielt zuletzt eine gemeldete Shortposition von 0,53 Prozent.
Auf der anderen Seite steht ein technischer Kaufimpuls. Ab dem 1. Juni rückt Sivers in den OMX Stockholm Benchmark Index und den MSCI Small-Cap Index auf. ETFs und institutionelle Investoren, die diese Indizes abbilden, müssen die Aktie dann zwingend kaufen.
Verteidigungsauftrag und Nasdaq-Pläne
Rückenwind kommt aus dem Verteidigungssektor. Am 19. Mai verlängerte Sivers sein Electronic-Warfare-Projekt EW STAR um ein weiteres Jahr. Der Auftragswert beträgt 6,6 Millionen US-Dollar. Partner sind BAE Systems, das MIT Lincoln Laboratory und die Columbia University.
Das Nasdaq-Listing bleibt vorerst eine Prüfung, kein Beschluss. Das Analystenkonsens-Kursziel liegt bei rund 6,73 Kronen — ein Bruchteil des aktuellen Kursniveaus. Kein Wunder, dass die Quartalszahlen heute so genau beobachtet werden.
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