Sivers Semiconductors erlebt derzeit einen dramatischen Absturz. Die Aktie verlor in den vergangenen 30 Tagen satte 52 Prozent an Wert. Der Schlusskurs lag am Dienstag bei nur noch 3,78 Euro. Zwei massive Belastungsfaktoren treiben Anleger in die Flucht.
Teurer Schuldenabbau
Ein Hauptgrund für den Kursrutsch ist eine drastische Kapitalmaßnahme. Am 6. Juli wurde bekannt, dass der Kreditgeber Bootstrap Europe ein Wandeldarlehen fällig stellt. Bootstrap tauscht Schulden in Höhe von 12 Millionen US-Dollar in Eigenkapital.
Sivers gibt dafür knapp 23 Millionen neue Aktien aus. Der Ausgabepreis liegt bei 4,77 Schwedischen Kronen. Das entspricht einer direkten Verwässerung von rund sechs Prozent für bestehende Aktionäre. Die Folge: Am Tag der Bekanntgabe brach der Kurs in Stockholm zeitweise zweistellig ein.
Juristischer Ärger nach Short-Attacke
Zusätzlich kämpft Sivers mit Vorwürfen eines Leerverkäufers. Ningi Research veröffentlichte Anfang Juni einen sehr kritischen Bericht. Die Analysten werfen Sivers zweifelhafte Buchhaltungspraktiken und ungültige Kundenverträge vor.
Diese Anschuldigungen rufen nun Anwälte auf den Plan. Die US-Kanzlei Rosen Law Firm prüft eine Sammelklage wegen möglicher Falschinformationen. Diese Untersuchung drückt weiter auf die ohnehin angespannte Stimmung rund um das schwedische Tech-Unternehmen.
Gegenwind aus dem Sektor
Parallel dazu schwächelt das gesamte Marktumfeld. Der Philadelphia Semiconductor Index verlor am Dienstag mehr als sechs Prozent. Schwergewichte wie Intel und Micron verzeichneten deutliche Abschläge. Die Nervosität im KI- und Chip-Sektor wächst sichtlich.
Trotz des Preisverfalls von über 60 Prozent seit dem 52-Wochen-Hoch greifen Privatanleger mutig zu. Auf der schwedischen Handelsplattform Avanza gehörte Sivers zuletzt zu den meistgekauften Titeln. Das System registrierte allein am Dienstag fast 900 neue Aktionäre.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) steht bei 34,7 und signalisiert einen fast überverkauften Zustand. Käufer setzen offensichtlich auf die langfristigen Technologie-Chancen des Unternehmens. Dafür müssen sie die Verwässerung durch die frischen Aktien und die laufende Sammelklage-Prüfung voll einkalkulieren.
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