Sivers: Nettoverlust auf 222,6 Millionen Kronen korrigiert

Sivers Semiconductors korrigiert Verluste nach oben und treibt Nasdaq-Listing voran. Hohe Volatilität und ausstehende Pipeline-Umsätze prägen das Bild.

Auf einen Blick:
  • Nettoverlust für 2025 nach oben korrigiert
  • Kooperation mit GlobalFoundries im KI-Segment
  • Vertriebspipeline wächst auf 799 Millionen Dollar
  • Hauptversammlung am 15. Juni entscheidend

Innerhalb von drei Monaten von 0,27 Euro auf über 10 Euro — und jetzt wieder zurück auf knapp 8 Euro. Bei Sivers Semiconductors treffen gerade eine aggressive Wachstumsstory und erhebliche Bilanzrisiken aufeinander.

Kurskorrektur nach Bilanzkorrekturen

Der schwedische Halbleiterspezialist will an der Nasdaq New York zweitgelistet werden. Dafür muss er seine Abschlüsse nach den strengen US-Prüfungsstandards des PCAOB neu aufstellen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Der Nettoverlust für 2025 wurde auf 222,6 Millionen Schwedische Kronen nach oben korrigiert — gegenüber den ursprünglich gemeldeten 186,5 Millionen. Umsatzverschiebungen zwischen Perioden, neue Lagerbewertungen und die Abschreibung kapitalisierter Entwicklungskosten haben die Zahlen belastet.

Die Hauptversammlung am 15. Juni ist der nächste formale Schritt auf dem Weg zur Doppelnotierung. Heute läuft die Frist für Briefwahl und Anmeldung ab.

Photonics-Allianz als Wachstumshebel

Parallel zur Compliance-Arbeit hat Sivers am 2. Juni eine Kooperation mit GlobalFoundries angekündigt. Die Zusammenarbeit zielt auf den Markt für Co-Packaged Optics und Linear Pluggable Optics — beides Schlüsseltechnologien für KI-Rechenzentren. Sivers integriert dabei seine Laser-Arrays in die Silicon-Photonics-Plattform von GlobalFoundries. Das adressierbare Marktvolumen schätzt das Unternehmen bis 2030 auf 25 Milliarden Dollar.

Die Vertriebspipeline wächst entsprechend schnell. Im ersten Quartal 2026 stieg sie um 77 Prozent auf 799 Millionen Dollar. Allerdings blieben die tatsächlichen Q1-Umsätze hinter den Erwartungen zurück — verzögerte US-Verteidigungsbudgets und Wechselkursgegenwind haben das Quartal belastet.

Extreme Volatilität als Warnsignal

Der Kurs spiegelt die Widersprüche wider. Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von knapp 250 Prozent gehört die Aktie zu den beweglichsten Werten im europäischen Technologiesegment. Das 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro erreichte sie erst am 3. Juni — seitdem hat sie rund 23 Prozent verloren. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 4,04 Euro; der aktuelle Kurs von 7,87 Euro notiert fast doppelt so hoch.

Der RSI von 60 zeigt keine klassische Überhitzung. Aber die Kombination aus nachträglich korrigierten Verlusten, noch nicht realisierten Pipeline-Umsätzen und dem ambitionierten Nasdaq-Zeitplan lässt wenig Spielraum für Enttäuschungen. Die Hauptversammlung am 15. Juni wird zeigen, ob die Aktionäre den eingeschlagenen Kurs mittragen — und ob das Board mit den neu nominierten Mitgliedern Joakim Nideborn und Helena Svancar die nötige internationale Governance-Kompetenz für den US-Schritt mitbringt.

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