Sivers Semiconductors steht vor Tagen, die den Ton für die Aktie neu setzen können. Der starke Kursanstieg in Stockholm trifft auf eine heikle Mischung: verspäteter Jahresbericht, geplante US-Börsenambitionen und eine sichtbare Shortseller-Position. Kein Wunder, dass der Markt nervös reagiert.
Am Mittwochvormittag legte die Aktie in Stockholm um 11,73 Prozent auf 48,20 SEK zu. Bereits am Montag war das Papier nach der Zustimmung der Aktionäre zu einer gerichteten Kapitalerhöhung um mehr als 10 Prozent gestiegen.
Der jüngste Sprung folgt auf eine scharfe Gegenbewegung. Am 8. Mai hatte die Aktie noch 12,51 Prozent verloren. Die Schwankungen zeigen, wie eng die Erwartungen an die kommenden Finanzberichte geknüpft sind.
US-Prüfung wird zum Kurstreiber
Der Jahresbericht soll am 15. Mai erscheinen, der Zwischenbericht für das erste Quartal am 20. Mai. Beide Termine sind zentral, weil Sivers eine mögliche Zweitnotiz an der Nasdaq in New York prüft.
Der verspätete Jahresbericht hängt mit einer Aufwertung der Konzernabschlüsse nach PCAOB-Standards zusammen. Das ist der US-Prüfrahmen für börsennotierte Unternehmen. Dabei könnten Umsätze zwischen Perioden umverteilt, Vorratswerte angepasst oder Kosten aus Aktienoptionsprogrammen überarbeitet werden.
Sivers stuft diese möglichen Anpassungen nicht als wesentlich für die Beurteilung der Finanzlage oder der Ergebnisse ein. Trotzdem ist der Punkt sensibel. Der Jahresbericht bildet die buchhalterische Grundlage für den US-Börsenprozess.
Kapitalerhöhung bringt Luft
Die außerordentliche Hauptversammlung vom 11. Mai genehmigte eine Erhöhung des Aktienkapitals um 4,31 Millionen SEK durch eine gerichtete Ausgabe von 8,62 Millionen Stammaktien. Die Maßnahme richtete sich an ausgewählte schwedische und internationale institutionelle sowie qualifizierte Investoren.
Der Bezugspreis lag bei 14,50 SEK je Aktie. Zu den Zeichnern zählten unter anderem DNB Disruptive Opportunities, Storebrand Sverigefond, Alcur Fonder, Atlant Fonder, Cicero Fonder, Hudson Bay Capital Management und Waterside AM.
Das Management setzte parallel ein Signal an neue Investoren. CEO Vickram Vathulya und CFO Heine Thorsgaard unterliegen einer Lock-up-Vereinbarung über 90 Tage. Das Unternehmen verpflichtete sich außerdem, für 180 Kalendertage nach Abschluss der Kapitalerhöhung keine weiteren Aktien auszugeben, vorbehaltlich bestimmter Ausnahmen.
Shortseller bleiben präsent
Die Rally läuft gegen einen klaren Gegenpol. Leerverkaufspositionen entsprechen inzwischen 6,43 Prozent der ausstehenden Aktien; Voleon Capital Management meldete zuletzt eine Netto-Shortposition von 0,53 Prozent. Auch Two Sigma Investments ist auf der Shortseite aktiv.
Der Bewertungsdruck ist nachvollziehbar. Sivers wird mit dem 31,1-Fachen des Umsatzes gehandelt und schrieb 2025 einen Nettoverlust von 186,5 Millionen SEK.
Operativ ist der Abstand zur Profitabilität noch nicht geschlossen. Der Umsatz stieg um 25 Prozent auf 304 Millionen SEK, das bereinigte EBITDA lag bei minus 10,8 Millionen SEK. Wachstum ist also vorhanden, Ergebnisqualität bleibt der Prüfstein.
Ein weiterer möglicher Belastungsfaktor kommt von Achilles Capital und der Mutter DDM Finance. Dort stehen nach fällig gewordenen Anleihen über 225 Millionen Euro Restrukturierungen an; geplant sind Portfoliovolumen von rund 30 Millionen Euro sowie Verkäufe aus Technologie und Life Sciences im Bereich von 30 bis 50 Millionen Euro. Ein Verkauf von Sivers-Anteilen könnte zusätzlichen Angebotsdruck erzeugen.
Operativ setzt das Unternehmen auf künftige Photonik-Projekte. Ein LIDAR-Kunde soll im vierten Quartal 2026 die Produktion mit Sivers-Lasern und -Verstärkern hochfahren; daraus werden kumulierte Umsätze von 28 bis 53 Millionen Dollar bis 2030 in Aussicht gestellt. Hinzu kommt die Partnerschaft mit Jabil für einen ultraschnellen optischen Transceiver.
Die Hauptversammlung wurde vom ursprünglichen Termin Ende Mai auf den 15. Juni verlegt. Kurzfristig zählen nun der Jahresbericht und die Quartalszahlen: Sie müssen zeigen, ob der Nasdaq-Plan auf einer belastbaren Zahlenbasis steht und ob der jüngste Kursanstieg mehr ist als eine technische Erholung.
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