Sivers: 29. Mai mit Q1-Zahlen und Index-Aufnahme

Sivers Semiconductor veröffentlicht am 29. Mai die Q1-Zahlen und wird in den MSCI Sweden Small-Cap Index aufgenommen. Analysten sehen eine große Bewertungslücke.

Auf einen Blick:
  • Quartalszahlen und Indexaufnahme fallen zusammen
  • Analystenziele liegen weit unter aktuellem Kurs
  • Kapitalerhöhung zu 14,50 SEK abgeschlossen
  • US-Vertragsausbau treibt jüngste Kursrallye an

Am 29. Mai 2026 fallen für Sivers Semiconductor zwei Ereignisse zusammen. Das Unternehmen veröffentlicht dann die Q1-Zahlen – und wird noch am selben Tag in den MSCI Sweden Small-Cap Index aufgenommen. Die Bühne ist bereitet für eine Woche, die Klarheit schaffen könnte.

Denn die Bewertungslücke ist enorm. Während der Aktienkurs zuletzt bei 85,55 SEK notierte, liegt das durchschnittliche Analystenziel bei magentiefen 6,55 SEK. Ein Unterschied um den Faktor 13.

Zwei Katalysatoren am selben Tag

Der 29. Mai wird zum Schlüsseldatum. Ursprünglich waren die Quartalszahlen früher im Monat geplant, wurden dann aber verschoben. Parallel dazu erfolgt die Aufnahme in den MSCI Sweden Small-Cap Index – ein Schritt, der institutionelle Umschichtungen und höhere Handelsvolumina auslösen dürfte.

Die Indexrebalance greift nach Börsenschluss. Für Anleger bedeutet das: viel Bewegung in der letzten Sitzung der Woche.

Kapitalmaßnahme mit Signalwirkung

Erst kürzlich platzierte Sivers 8,62 Millionen neue Aktien in einer direkten Emission. Der Preis: 14,50 SEK pro Stück. Das brachte rund 125 Millionen SEK in die Kasse.

Zum Vergleich: Der aktuelle Kurs liegt bei über 85 SEK. Das Papier gewann allein am 25. Mai mehr als 17 Prozent. Die Finanzierungsrunde zu einem so viel niedrigeren Niveau wirft Fragen auf – zumindest, was die interne Bewertung des Managements angeht.

Korrigierte Bilanz, neue Führung

Die anstehenden Zahlen folgen auf eine unangenehme Revision. Für das Geschäftsjahr 2025 meldete Sivers nun einen Nettoverlust von 222,6 Millionen SEK – deutlich mehr als die ursprünglich ausgewiesenen 186,5 Millionen. Der operative Verlust (EBIT) lag bei 177,8 Millionen SEK.

Obendrein steht der Vorstand vor Veränderungen. Erste Anpassungen wurden am 20. Mai bekannt gegeben. Die formelle Entscheidung fällt auf der Hauptversammlung am 15. Juni.

Rückenwind aus den USA

Die jüngste Kursrallye hat einen konkreten Auslöser: einen 6,6 Millionen US-Dollar schweren Vertragsausbau mit dem US-Verteidigungsministerium im Rahmen des EW-STAR-Programms, finanziert durch den CHIPS Act.

Das platziert Sivers in einem geopolitischen Trend – US-geförderte Halbleiterinitiativen. Gleichzeitig laufen in Schweden noch Untersuchungen zu möglichen Insideraktivitäten vor der Nasdaq-Notierung.

Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei rund 25,3 Milliarden SEK. Am 29. Mai wird sich zeigen, ob die Zahlen diese Fantasie untermauern – oder die Realität wieder einholt.

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