Sivers: 15 Prozent Kurssturz am 26. Mai

Sivers Semiconductors verzeichnet trotz KI-Wachstumsfantasie einen deutlichen Kursverlust. Steigende Kosten und eine Insider-Ermittlung belasten die Aktie.

Auf einen Blick:
  • Aktie bricht um über 15 Prozent ein
  • Mitarbeiter-Optionskosten explodieren um 3300 Prozent
  • Ermittlungen wegen möglichen Insiderhandels laufen
  • Aufnahme in OMX Stockholm und MSCI-Indizes

Sivers Semiconductors hat in diesem Jahr eine bemerkenswerte Kursrally hingelegt. Am 26. Mai brach die Aktie dennoch um mehr als 15 Prozent ein. Hinter dem Absturz steckt ein Bündel aus steigenden Kosten, einer Insider-Ermittlung und offenen Fragen zur Profitabilität.

Zahlen, die nachdenklich stimmen

Für das erste Quartal 2026 erwarten Analysten einen Verlust von 0,10 SEK je Aktie. Das ist eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert von 0,19 SEK. Der Umsatz soll bei rund 74 Millionen SEK liegen — knapp sechs Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Ein Detail fällt besonders auf: Die Kosten für Mitarbeiter-Optionsprogramme sind um 3.300 Prozent gestiegen. Grund ist die rasante Kursentwicklung der Aktie selbst. Das trifft das Ergebnis spürbar.

Hinzu kommt eine laufende Untersuchung wegen möglichen Insiderhandels. Konkrete Details dazu sind bislang nicht bekannt.

Strukturelle Weichenstellungen

Trotz der aktuellen Belastungen treibt das Unternehmen seine strategische Neupositionierung voran. Ab 1. Juni wird die Aktie in den OMX Stockholm Benchmark Index aufgenommen. Außerdem hat Sivers Semiconductors einen Platz im MSCI Small-Cap Index erhalten.

Parallel bereitet das Unternehmen eine Zweitnotierung an der Nasdaq vor. Dafür stellt es seine Berichterstattung auf US-Standards um. Diese Umstellung war auch der Grund, warum der Q1-Bericht verschoben wurde.

Der Short-Anteil am Kapital liegt aktuell bei 6,43 Prozent. Anfang März waren es noch 1,6 Prozent. Das zeigt, wie stark das Misstrauen mancher Marktteilnehmer in den vergangenen Wochen gewachsen ist.

KI-Infrastruktur als Wachstumswette

Die hohe Bewertung von Sivers Semiconductors hängt eng mit dem KI-Boom zusammen. Die Tochter Sivers Photonics liefert DFB-Laser für die SuperNova-Lichtquelle von Ayar Labs. Diese treibt wiederum die optischen I/O-Chiplets von Ayar Labs an.

Ayar Labs hat kürzlich eine Partnerschaft mit dem Server-Hersteller Wiwynn geschlossen. Wiwynn produziert für große Cloud-Anbieter. Bei bestimmten Rack-Konfigurationen könnten mehr als 512 SuperNova-Lichtquellen pro Rack benötigt werden — ein potenziell massiver Absatzkanal für Sivers.

Die Nachfrage nach KI-Servern soll sich bis Ende 2026 verdoppeln. Engpässe gibt es laut Branchenbeobachtern nicht mehr nur bei Speicherchips, sondern zunehmend auch bei Netzwerk- und Kühlkomponenten. Sivers steht damit an einer strategisch interessanten Stelle der Lieferkette.

Ob das Unternehmen diese Position in belastbare Umsätze übersetzen kann, wird sich spätestens mit dem Q1-Bericht zeigen — dessen Termin wegen der Nasdaq-Vorbereitungen noch offen ist.

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