Sivers Semiconductors ordnet sich für den Sprung an den US-Kapitalmarkt neu. Die Vorbereitung auf eine mögliche Doppellistung an der Nasdaq bringt gleich zwei Themen auf den Tisch: höhere ausgewiesene Verluste und einen Umbau im Verwaltungsrat. Für die Aktie ist das ein heikler Mix aus Wachstumsambition und Verwässerungsrisiko.
US-GAAP macht Verluste größer
Die Bilanzanpassungen hängen mit der geplanten Ausrichtung auf US-Rechnungslegungsstandards zusammen. Für Unternehmen mit Nasdaq-Ambitionen ist das mehr als Formalie: Andere Bilanzierungsregeln können Kennzahlen deutlich verschieben.
Für das abgelaufene Geschäftsjahr weist Sivers einen Nettoumsatz von rund 306,6 Millionen schwedischen Kronen aus. Der operative Verlust liegt nach der Anpassung bei 177,8 Millionen Kronen statt zuvor 141,3 Millionen Kronen.
Damit wird die Profitabilitätslücke sichtbarer. Der operative Trend ändert sich durch die Umstellung nicht automatisch, die Vergleichsbasis für Investoren aber sehr wohl.
Auch der Nettoverlust fällt höher aus: Er wurde auf 222,6 Millionen Kronen angepasst, nach zuvor 186,5 Millionen Kronen. Das Eigenkapital lag zum Jahresende bei 949,8 Millionen Kronen.
Die Korrektur betrifft auch das Vorjahr. Der Umsatz wurde von 243,7 auf 219,2 Millionen Kronen nach unten gesetzt.
Beim Nettoverlust fällt die Änderung noch stärker ins Gewicht. Statt 116,3 Millionen Kronen stehen nun 183,9 Millionen Kronen in den Büchern.
Neuer Zuschnitt im Verwaltungsrat
Parallel zur Bilanzumstellung soll sich auch die Führungsebene verändern. Vor der Hauptversammlung am 15. Juni 2026 schlägt der Nominierungsausschuss mehrere Personalwechsel vor.
Vizechef Tomas Duffy sowie die Verwaltungsratsmitglieder Erik Fällström und Keith Halsey sollen aus dem Gremium ausscheiden. Joakim Nideborn ist als neuer stellvertretender Vorsitzender vorgesehen, Helena Svancar als neues Mitglied. Bami Bastani soll als Vorsitzender wiedergewählt werden.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Eine US-Notierung verlangt nicht nur andere Rechnungslegung, sondern auch eine Governance-Struktur, die internationale Investoren nachvollziehen können. Sivers versucht damit, die Kapitalmarktstory breiter aufzustellen.
Kapitalmaßnahmen bleiben Thema
Zur Abstimmung steht außerdem ein fortgesetzter Dividendenverzicht. Vorgeschlagen ist auch ein neues Anreizprogramm mit bis zu 7 Millionen Mitarbeiteroptionen sowie eine Ermächtigung für eine neue Aktienausgabe im Umfang von rund 15 Prozent des aktuellen Grundkapitals.
Das ist für bestehende Aktionäre wichtig. Eine Ermächtigung ist noch keine Platzierung, schafft dem Unternehmen aber Spielraum für frisches Kapital.
Sivers hatte bereits zuvor rund 125 Millionen Kronen über eine Kapitalerhöhung eingesammelt. Dabei wurden 8,62 Millionen Aktien zu einem Preis von 14,50 Kronen ausgegeben.
Nach den angepassten Zahlen wurde die Aktie in Stockholm um etwa 54 Kronen gehandelt. Die Schwankungen blieben hoch, was zur Lage passt: Der Markt bewertet nicht nur die Technologieperspektive, sondern auch Bilanzklarheit, Kapitalbedarf und Nasdaq-Fantasie neu.
Der nächste konkrete Termin ist der 29. Mai 2026. Dann soll der verschobene Zwischenbericht für das erste Quartal erscheinen. Bis dahin prägt der Mix aus US-Listing-Vorbereitung, höheren Verlusten und möglicher Kapitalmaßnahme die Sivers-Story.
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