Simon Property hat am Montag Zahlen vorgelegt, die zwei Gesichter zeigen. Der Gewinn pro Aktie blieb mit 1,49 Dollar hinter den erwarteten 1,61 Dollar zurück und lag auch unter dem Vorjahreswert von 1,70 Dollar. Beim Umsatz lief es umgekehrt: 1,79 Milliarden Dollar übertrafen die Konsensschätzung von 1,60 Milliarden Dollar deutlich und bedeuten ein Plus von fast 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Die Aktie reagierte darauf zunächst kaum spürbar. Kein Wunder, denn für einen Mall-Betreiber zählt eine andere Kennziffer mehr als der reine Gewinn je Aktie: der Real Estate FFO. Der stieg um 7,9 Prozent auf 3,29 Dollar je Aktie und liefert damit das eigentliche Argument für den Kurs.
Operative Stärke trotz Gewinnrückgang
Die Vermietungsdaten untermauern das Bild eines soliden Geschäfts. Die Belegung in den US-Malls und Premium Outlets hielt sich stabil bei 96,0 Prozent, während die Basismiete pro Quadratfuß um 6,3 Prozent auf 62,42 Dollar zulegte. Besonders auffällig: Die Umsätze der Mieter pro Quadratfuß kletterten auf Zwölfmonatsbasis um 13,9 Prozent auf 838 Dollar.
CEO Eli Simon verwies auf breite Vermietungsnachfrage, steigende Besucherzahlen und den Beitrag jüngster Zukäufe als Treiber. Diese Entwicklung passt zu einem Muster, das Analysten schon vor den Zahlen beschrieben hatten: Ein K-förmiger Konsum, bei dem einkommensstarke Haushalte den Löwenanteil des Ausgabenwachstums tragen und Simons Class-A-Immobilien davon überproportional profitieren.
Der Vorstand nutzte die Gelegenheit, die Jahresprognose anzuheben. Der Real Estate FFO je Aktie soll nun zwischen 13,20 und 13,30 Dollar liegen, das Gewinnziel je Aktie bei 6,47 bis 7,47 Dollar – über dem bisherigen Konsens von 6,44 Dollar.
Dividende und Rückkäufe als Signal
Der Aufsichtsrat beschloss eine Quartalsdividende von 2,25 Dollar je Aktie, ein Plus von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, zahlbar am 30. September 2026. Im Quartal kaufte Simon außerdem eigene Aktien und Anteile im Volumen von 211,4 Millionen Dollar zurück, bei einem Durchschnittspreis von rund 205 Dollar. Mit einer Liquidität von etwa 9,3 Milliarden Dollar bleibt dem Unternehmen viel Spielraum für weitere Zukäufe oder Entwicklungsprojekte.
Vor den Zahlen hatten Deutsche Bank und Wolfe Research ihre Einstufung auf „Hold“ gesenkt – nicht wegen schwächerer Geschäftsaussichten, sondern weil der Kurs bereits nahe an die bisherigen Kursziele herangelaufen war. Der Analystenkonsens sah zuletzt ein mittleres Kursziel von 229,42 Dollar. Die angehobene Prognose dürfte nun die Diskussion neu befeuern, ob die aktuelle Bewertung noch Luft nach oben lässt oder der Optimismus bereits eingepreist ist.
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