Auch wenn der Silberpreis vom Allzeithoch bei knapp 118 USD pro Unze wieder etwas nach unten korrigiert hat – auf inzwischen 111,6 USD – sind viele Marktakteure nach wie vor extrem bullisch eingestellt (Stand: 28.01.2026, 12:30 Uhr).
Silberpreis: Citigroup sieht 150 USD in drei Monaten
So erwartet die US-Großbank Citigroup, dass die Spotpreise innerhalb von drei Monaten auf einen neuen Rekordwert von 150 USD pro Unze ansteigen könnten. Das wären noch einmal rund +34 % gegenüber dem eingangs erwähnten Kursstand. Dabei hat der Silberpreis seit Jahresanfang bereits etwa 50 % zugelegt – auf 1-Jahres-Sicht steht das Edelmetall gar mit satten 270 % im Plus.
Die Citi begründet ihre bullische Einschätzung mit einer weiterhin starken Kaufdynamik in China und betonte, dass höhere Preise erforderlich seien, um bestehende Inhaber zu Veräußerungen zu bewegen.
Silber verhalte sich wie „Gold zum Quadrat“ oder „Gold auf Steroiden“, so die Citi-Analysten laut einem Bericht von Bloomberg. „Und wir glauben, dass das wahrscheinlich so lange anhält, bis Silber im Vergleich zu Gold nach historischen Maßstäben teuer erscheint“.
Silber gegenüber Gold noch nicht überbewertet
Die Experten beziehen sich damit auf die Gold-Silver-Ratio. Diese gibt an, wie viele Unzen Silber es braucht, um eine Unze Gold zu kaufen. Aktuell liegt die Verhältniskennzahl bei 47. Zum Vergleich: Noch im Mai 2025 hatte die Ratio bei über 100 Zählern gelegen. Silber ist also in den letzten Monaten wesentlich stärker gestiegen als Gold. Traditioniell gilt eine Gold-Silver-Ratio unter 40 als ein Signal für eine Überbewertung von Silber gegenüber Gold.
Ob dies auch aktuell so zuträfe, bliebe abzuwarten – auch weil der globale Silbermarkt von einem notorischen Angebotsdefizit geprägt und ein weiterer Short Squeeze möglich ist. Trotz der inzwischen gestiegenen Silberpreise ist die physische Nachfrage nach dem Metall beachtlich – nicht nur in China, auch in vielen anderen Ländern.
Silberpreis: Edelmetalle als Trump-Schutz
Die Käufer sehen in Silber – ähnlich wie beim Gold – eine Absicherung gegen die globalen Risiken und vor allem gegen Trumps aggressiven Politikstil. Dieser sorgt für eine Abwertung des US-Dollars, wovon die Edelmetallpreise profitieren.
Erst am Dienstagabend hatte Trump betont, dass ihm ein schwacher Dollar in die Karten spiele. Der Präsident will dadurch die US-Exporte anheizen und Verkäufe ausländischer Waren in die USA eindämmen.
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