Die vergangene Woche war nichts für schwache Nerven: Silber schoss auf über 96 US-Dollar, brach dann um 13 Prozent ein – und kletterte nach schwachen US-Arbeitsmarktdaten wieder über 84 Dollar. Hinter dieser Volatilität steht ein Konflikt zwischen geopolitischer Unsicherheit und konjunkturellen Rezessionsängsten.
Von der Eskalation zum Kollaps
Die US-israelische Militäroperation im Iran, der Tod Khameneis und die Schließung der Straße von Hormus lösten eine Flucht in Edelmetalle aus. Silber erreichte kurzzeitig über 96 Dollar je Feinunze – das höchste Niveau seit Ende Januar.
Doch die Erholung währte nur 48 Stunden. Am 3. März stürzte Silber auf 83,70 Dollar ab. Allein an diesem Tag verlor das Metall 7 Prozent, nachdem bereits am Vortag knapp 5 Prozent verloren gegangen waren. Der gesamte geopolitische Aufschlag war ausradiert.
Der Grund: Silbers Doppelrolle als sicherer Hafen und Industriemetall. Während Kriegsängste die Nachfrage treiben, belasten Rezessionssorgen gleichzeitig die industrielle Verwendung. Gold als reines Währungsmetall kennt diesen Konflikt nicht.
Arbeitsmarktdaten drehen die Stimmung
Die NFP-Daten vom Freitag brachten die Wende: Ein Rückgang um 92.000 Stellen und eine auf 4,4 Prozent gestiegene Arbeitslosenquote erhöhten die Wahrscheinlichkeit einer früheren geldpolitischen Lockerung der Fed.
Silber legte daraufhin auf 84,20 Dollar zu – ein Plus von 2,65 Prozent innerhalb eines Tages. Seit Jahresbeginn steht damit ein Gewinn von rund 18 Prozent zu Buche.
Silber (USD/Unze) Chart
Allerdings bremsen steigende Energiepreise die Zinsfantasie. Die US-10-Jahres-Rendite hielt sich nahe 4,14 Prozent, da Märkte befürchten, dass höhere Ölpreise den Inflationsdruck aufrechterhalten. Der Dollarindex notierte am 6. März bei 99,3 – deutlich über dem Vormonatsniveau – und begrenzte so den Spielraum für in Dollar notierte Metalle.
Strukturelle Unterstützung bleibt
Jenseits der kurzfristigen Schwankungen sprechen fundamentale Faktoren für Silber: Der Markt befindet sich im fünften aufeinanderfolgenden Defizitjahr. Zwischen 2021 und 2026 summiert sich die Lücke auf 820 Millionen Unzen. Die Photovoltaikindustrie allein verbraucht jährlich über 230 Millionen Unzen – Tendenz steigend.
Gleichzeitig wird rund 70 Prozent des Silbers als Nebenprodukt anderer Metalle gewonnen. Primäre Silberminen kämpfen mit sinkenden Erzgehalten und steigenden Kosten.
Deutsche Bank hält einen Anstieg auf 100 Dollar bis Jahresende für möglich, falls der Edelmetallkomplex weiter anzieht. UBS verweist auf robuste Nachfrage aus Solarenergie, Elektronik und Elektrifizierung als langfristige Treiber.
Der übergeordnete Aufwärtstrend bleibt trotz der jüngsten Turbulenzen intakt. Entscheidend für die kommenden Wochen wird sein, ob die Fed tatsächlich früher lockert – oder ob anhaltend hohe Renditen und ein fester Dollar den Aufwärtsdrang bremsen.
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