Silber: Solarindustrie wechselt zu Kupfer

Die Photovoltaik-Branche reduziert ihren Silberverbrauch drastisch. Analysten senken Prognosen für das Angebotsdefizit und die Kursziele.

Auf einen Blick:
  • Solarhersteller ersetzen Silber durch Kupfer
  • Silberverbrauch der PV-Branche sinkt deutlich
  • UBS kürzt Defizitprognose um 80 Prozent
  • Fed-Politik belastet Silberpreis zusätzlich

Die Solarindustrie war lange der stärkste industrielle Treiber für Silber. Jetzt bricht dieser Motor weg. Immer mehr Hersteller ersetzen das Edelmetall durch Kupfer – und das hat handfeste Konsequenzen für den Preis.

Der Silberkurs notierte am Freitag bei 75,83 US-Dollar, ein Minus von 0,5 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 116,89 Dollar liegt bereits 35 Prozent entfernt. Strukturelle Veränderungen in der Photovoltaik setzen das Metall unter Druck.

Warum die Solarindustrie Silber den Rücken kehrt

Silber machte 2023 rund drei Prozent der Modulkosten aus. Inzwischen sind es zwischen 17 und 29 Prozent. Ein drastischer Anstieg, der die Hersteller zum Umdenken zwang.

Longi Green Energy bringt ab dem zweiten Quartal Back-Contact-Zellen mit Kupfer statt Silber in Massenproduktion. Jinko Solar plant eine großskalige Kupfer-basierte Panelproduktion. Shanghai Aiko Solar hat bereits silberfreie Zellen auf den Markt gebracht.

Die Folgen für die Nachfrage sind massiv. 2025 sank der Silberverbrauch der PV-Branche bereits um sechs Prozent auf 186,6 Millionen Unzen. Für 2026 erwartet die Branche einen weiteren Rückgang um 19 Prozent auf rund 151 Millionen Unzen.

UBS kürzt Defizitprognose um 80 Prozent

Die Neubewertung hat die Analysten aufgeschreckt. UBS senkte die Prognose für das Angebotsdefizit 2026 von 300 auf 60 bis 70 Millionen Unzen – eine Kürzung um 80 Prozent.

Die Kursziele folgten dem Trend: Für Ende Q2 fiel die Prognose von 100 auf 85 Dollar, für September ebenfalls von 95 auf 85 Dollar. Das Jahresziel liegt bei 80 Dollar, die Prognose für März 2027 sogar nur bei 75 Dollar.

Einigkeit herrscht unter den Banken nicht. Citigroup sieht Silber im zweiten Halbjahr bei 110 Dollar. Bank of America rechnet mit einem Jahresdurchschnitt von 85,93 Dollar. JPMorgan liegt bei 81 Dollar.

Fed-Rallye? Fehlanzeige

Der monetäre Druck verstärkt die Belastung. Der April-VPI erreichte 3,8 Prozent – der höchste Stand seit Mai 2023. Energiepreise stiegen um 17,9 Prozent. Das CME-FedWatch-Tool preist für 2026 null Zinssenkungen ein.

Das FOMC-Treffen am 16. und 17. Juni bringt den nächsten Schlüsselmoment. Ein hawkischer Dot Plot würde die Konsolidierung bis ins dritte Quartal verlängern. Erst ein Signal auf eine mögliche Zinssenkung im September könnte neue Impulse geben.

Der Boden bleibt – der Treibstoff fehlt

Der Silbermarkt ist trotz allem nicht im Gleichgewicht. Das Silver Institute prognostiziert ein sechstes Defizitjahr in Folge mit rund 46 Millionen Unzen. Seit 2021 summiert sich der Entzug auf fast 762 Millionen Unzen.

Weil rund 70 Prozent des Silbers als Nebenprodukt anderer Metalle anfällt, kann das Angebot nicht schnell auf Preisänderungen reagieren. Das Defizit wirkt als struktureller Boden.

Am 10. Juni folgen die Mai-Inflationsdaten, dann das FOMC. Solange die Fed auf der Zinsbremse steht, fehlt dem Silberpreis der Treibstoff für einen nachhaltigen Ausbruch nach oben.

Silber-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Silber-Analyse vom 31. Mai liefert die Antwort:

Die neusten Silber-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Silber-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Silber: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Hinweis: Teile dieses Artikels wurden mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)