Professionelle Anleger fahren ihre Wetten auf steigende Notierungen beim Silber spürbar zurück. Aus dem jüngsten Bericht der US-Aufsichtsbehörde CFTC geht hervor, dass spekulative Finanzinvestoren ihre Netto-Long-Positionen am Terminmarkt zuletzt verringert haben.
Dieser Rückzug institutioneller Akteure spiegelt die wachsende Verunsicherung über den künftigen Zinspfad in den Vereinigten Staaten wider, der den Edelmetallsektor seit Wochen in Atem hält.
Hartnäckige US-Teuerung bremst Zinshoffnungen
Verantwortlich für die Zurückhaltung der Marktteilnehmer sind vor allem die jüngsten Signale von der US-Preisfront. Im September kletterten die US-Verbraucherpreise um 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, während die Kerninflation bei 2,6 Prozent lag. Noch deutlicher fiel der Preisauftrieb auf Vorstufenebene aus: Die Erzeugerpreise übertrafen ihr Vorjahresniveau um 6,3 Prozent.
Diese anhaltende Teuerung schürt an den Terminmärkten die Furcht vor längerfristig hohen Zinsen. Für das zinslose Edelmetall bedeutet dieses Umfeld Gegenwind, da festverzinsliche Papiere für Investoren attraktiv bleiben.
Am vergangenen Freitag ging der COMEX-Front-Month-Kontrakt bei 57,13 US-Dollar je Feinunze aus dem Handel. Zusätzliche Nervosität brachten geopolitische Konflikte und anziehende Rohölpreise in den Markt, die das Risiko eines wieder aufflammenden Inflationsschubs verstärken.
Weichenstellung bei der Notenbanksitzung
Gleichzeitig liefern gegenläufige Kräfte dem Markt punktuelle Unterstützung. Gelegentliche Schwächephasen des US-Dollars und das Interesse an krisenfesten Sachwerten federten tiefere Rücksetzer ab.
Medienberichten zufolge verweisen Branchenkenner zudem auf die weiterhin angespannte fundamentale Lage: Für das Jahr 2026 zeichnet sich am Weltmarkt das sechste Angebotsdefizit in Folge ab, gestützt durch den industriellen Bedarf rund um den Ausbau von Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz. Dem stehen allerdings gedämpfte Konjunkturaussichten und Überlegungen zur industriellen Materialsubstitution gegenüber.
Klarheit über die geldpolitischen Rahmenbedingungen erhoffen sich Anleger von den anstehenden Terminen im Kalender. Die US-Notenbank Federal Reserve tritt am 27. und 28. Oktober zu ihrer nächsten Zinssitzung zusammen.
Nur einen Tag später, am 29. Oktober, folgt der US-PCE-Preisindex für September, das bevorzugte Inflationsmaß der Währungshüter. Diese Wegmarken dürften darüber entscheiden, ob die Spekulanten an den Terminbörsen ihre vorsichtige Haltung beibehalten.
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