Silber Preis: Reuters sieht 46,3 Millionen Unzen Defizit

Schwache US-Jobdaten und sinkende Zinserwartungen treiben den Silberpreis. Ein strukturelles Angebotsdefizit untermauert die Erholung.

Auf einen Blick:
  • US-Arbeitsmarkt enttäuscht mit nur 57.000 Stellen
  • Sinkende Renditen beflügeln das Edelmetall
  • Angebotslücke von über 46 Millionen Unzen erwartet
  • KI-Boom steigert industrielle Silbernachfrage

Die US-Arbeitsmarktdaten schicken den Silberpreis auf Erholungskurs. Ein schwacher US-Dollar und fallende Anleiherenditen treiben das Edelmetall direkt an. Das Fundament der Preisbewegung bildet ein tiefes strukturelles Angebotsdefizit.

Zinsspekulationen kühlen ab

Nur 57.000 neue US-Stellen entstanden im Juni. Analysten hatten im Vorfeld mit 113.000 Jobs gerechnet. Auch das Niveau des Vormonats korrigierten die Behörden am 2. Juli nachträglich auf 129.000 nach unten.

Die Folge: Die Spekulationen über schnelle Zinserhöhungen der Federal Reserve lassen spürbar nach. Silber wirft keine Zinsen ab. Daher profitiert das Edelmetall von sinkenden Renditen am Anleihemarkt. Der Spotpreis stieg am Donnerstag signifikant. Am heutigen Freitag setzte sich diese Aufwärtsdynamik fort.

KI-Boom verschärft den Engpass

Seit Jahren übersteigt die Nachfrage das Angebot. Für 2026 rechnen Analysten von Reuters mit einer Unterdeckung von 46,3 Millionen Unzen. Andere Schätzungen gehen von einem noch höheren Defizit von bis zu 67 Millionen Unzen aus.

Silber fällt meist nur als Nebenprodukt bei der Kupfer- oder Zinkförderung an. Das blockiert eine schnelle Ausweitung der Produktion. Parallel dazu wächst die industrielle Nachfrage rasant. Die Solarbranche drückt zwar ihren Materialeinsatz pro Zelle. Dafür treibt die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz den Bedarf steil nach oben.

Rechenzentren und Hochleistungschips erfordern stark leitfähige Metalle zur Kühlung. Hier verzeichnet die Branche ein zweistelliges prozentuales Wachstum pro Jahr. Silber profitiert direkt durch seine extrem hohe elektrische und thermische Leitfähigkeit.

Geopolitik trifft auf Technik

Zusätzliche Brisanz liefern geopolitische Risiken. Schleppende indirekte Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Doha verunsichern den Markt. Besonders iranische Forderungen nach Durchfahrtsgebühren in der Straße von Hormus schüren globale Inflationssorgen.

Aus technischer Sicht bündeln sich die Signale aktuell. Bis zum 5. Juli 2026 enden mehrere große Marktzyklen zeitgleich. Der Silberkurs verläuft momentan oberhalb des EMA50. Hält diese wichtige Unterstützung, bietet die aktuelle Trendlinie kurzfristig weiteren Spielraum nach oben.

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