Silber Preis: Panuco fördert 17,4 Millionen Unzen jährlich

Silber fällt auf 76,06 Dollar, während Industrienachfrage und geopolitische Risiken den Markt prägen.

Auf einen Blick:
  • Silberpreis fällt um 0,86 Prozent
  • Industrielle Nachfrage bleibt robust
  • Projekte in Mexiko und Kanada
  • Deutschland plant Rohstofffonds-Aufstockung

Der Silberpreis gibt am Freitagvormittag leicht nach. Aktuell kostet die Feinunze 76,06 US-Dollar — ein Minus von 0,86 Prozent. Auch andere Edelmetalle zeigen sich schwächer. Gold verliert 0,40 Prozent, Platin 0,76 Prozent.

Der Rückgang ist moderat. Spannender wird es, wenn man auf die mittelfristigen Treiber schaut.

Nachfrage und Angebot: Zwei Seiten der Medaille

Die fundamentale Nachfrage bleibt robust. Elektromobilität, Künstliche Intelligenz und Photovoltaik treiben den industriellen Verbrauch von Silber weiter an. Das ändert kurzfristige Kursbewegungen nicht. Aber es gibt dem Markt eine Basis.

Auf der Angebotsseite passiert einiges. Das Panuco-Projekt von Vizsla Silver in Mexiko soll durchschnittlich 17,4 Millionen Unzen Silberäquivalent pro Jahr fördern — über eine Minenlebensdauer von 9,4 Jahren. Der Bau des Eskay-Creek-Projekts von Skeena Gold & Silver in British Columbia ist zu 49 Prozent abgeschlossen. Der Produktionsstart ist für das zweite Quartal 2027 geplant.

Kein Wunder, dass Explorationsprojekte vermehrt Aufmerksamkeit bekommen.

Makro und Geopolitik: Rückenwind mit Risiken

Die deutsche Bundesregierung plant, ihren Rohstofffonds um bis zu 50 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro aufzustocken. Ziel: weniger Abhängigkeit von Lieferketten aus China. Ab 2028 könnte daraus ein Staatsfonds werden.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Mai auf 84,9 Punkte — über den Erwartungen. Dennoch bleibt die Lage fragil. Volkswirte der Commerzbank rechnen im zweiten Quartal 2026 mit einem Schrumpfen der deutschen Wirtschaft. Die Bundesbank prognostiziert Stagnation.

Gleichzeitig belastet die Schließung der Straße von Hormus seit Ende Februar die globale Handelslogistik. Iran versucht, die Durchfahrt zu regulieren. Die USA und China haben sich im Mai gemeinsam gegen eine Militarisierung der Meerenge ausgesprochen.

Indien und Währung: Zusätzliche Impulse

Indien hat die Einfuhrzölle auf Gold und Silber von 6 auf 15 Prozent angehoben — plus Steuern effektiv 18,4 Prozent. Solche protektionistischen Maßnahmen schützen die Devisenreserven großer Importländer. Für den Silbermarkt bedeutet das: Anleger schichten zwischen den Edelmetallen um, was die Preisgestaltung indirekt beeinflusst.

Der Silbermarkt bleibt volatil. Die Treiber sind intakt. Doch die makroökonomischen Risiken sind real. Am 22. Mai 2026 notiert Silber bei 76,06 Dollar — ein fairer Preis für eine unruhige Weltlage.

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