Der Silberpreis rutscht am Donnerstag Richtung 57 Dollar je Feinunze ab. Erst tags zuvor hatte sich der Preis noch bei rund 58 Dollar stabilisiert. Der Grund für den erneuten Rückgang: Die USA und der Iran eskalieren ihren Konflikt weiter.
Nahost-Konflikt bricht Waffenruhe
Die USA griffen am Mittwoch erneut iranische Ziele an. Präsident Donald Trump erklärte, Teheran habe Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Die im vergangenen Monat erreichte vorläufige Friedensvereinbarung ist damit faktisch gescheitert.
Die Folgen zeigen sich sofort am Ölmarkt. Die USA verhängten erneut eine Seeblockade gegen iranische Häfen. Iran reagierte und schloss die Straße von Hormus. Der Ölpreis kletterte daraufhin auf ein Einmonatshoch.
Steigende Energiepreise heizen die Inflationssorgen wieder an. Das belastet auch Silber, denn höhere Inflationserwartungen erhöhen den Druck auf die Fed, die Zinsen länger hoch zu halten.
Schwache Inflationsdaten sorgten kurz für Entlastung
Dabei hatten zuletzt veröffentlichte US-Daten eigentlich für Erleichterung gesorgt. Der Verbraucherpreisindex fiel im Juni auf 3,5 Prozent, nach 4,2 Prozent im Mai. Das lag unter der Markterwartung von 3,8 Prozent.
Auch die Erzeugerpreise überraschten: Sie sanken im Juni erstmals seit fast einem Jahr. Niedrigere Energiekosten trieben diesen Rückgang. Die Märkte senkten daraufhin ihre Erwartung einer Fed-Zinserhöhung im September auf rund 44 Prozent, nach 50 Prozent tags zuvor.
Zwei Kräfte ziehen in unterschiedliche Richtungen
Der Silbermarkt steckt aktuell zwischen zwei Signalen fest. Schwächere Inflationsdaten sprechen für niedrigere Zinsen und damit für Edelmetalle. Die Nahost-Eskalation treibt über steigende Ölpreise die Inflationserwartungen aber wieder nach oben.
Hinzu kommt: Die Juni-Daten erfassen die jüngste Konflikteskalation noch gar nicht. Fed-Chef Kevin Warsh bekräftigte am Dienstag, die Notenbank habe „keine Toleranz“ für dauerhaft erhöhte Inflation. Händler preisen inzwischen wieder eine Wahrscheinlichkeit von rund 49 Prozent für eine Zinserhöhung im September ein.
Chart nahe Mehrmonatstief
Technisch bleibt das Bild angespannt. Silber pendelte zuletzt um 58,50 Dollar je Unze und blieb damit nahe seinem schwächsten Niveau seit Dezember 2025. Anleger wägen weiterhin schwächere Inflationsdaten gegen die Nahost-Spannungen ab.
Wie es weitergeht, hängt von der militärischen Lage zwischen den USA und dem Iran ab. Spitzt sich der Konflikt weiter zu, dürfte der Ölpreis steigen und die Inflationssorgen verstärken. Eine diplomatische Lösung dagegen könnte den Druck auf Silber schnell wieder nehmen.
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