Silber Preis: Fast 4 Prozent Wochenverlust

Silber notiert unter Druck aufgrund von Zinsängsten und geopolitischen Risiken, während ein schwacher Dollar stützt.

Auf einen Blick:
  • Wochenverlust von fast vier Prozent
  • Schwacher Dollar stützt Silberkurs
  • Zinserhöhung im September wahrscheinlich
  • US-Inflationsdaten im Fokus

Der Silberpreis schwankt zwischen zwei Kräften. Ein schwacher Dollar treibt das Edelmetall nach oben. Zugleich drücken steigende Ölpreise und die Aussicht auf höhere US-Zinsen den Kurs wieder nach unten. Diese Woche entscheidet sich, welche Kraft die Oberhand behält.

Wochenverlust trotz Zwischenerholung

Am Donnerstag stieg Silber auf rund 59 US-Dollar je Unze. Ein schwächerer Dollar stützte die Notierung. Die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten begrenzten die Gewinne allerdings.

Am Freitag rutschte der Kurs dann wieder unter die Marke von 60 US-Dollar. Zum Wochenschluss stand ein Kurs von 60,26 US-Dollar, ein Tagesminus von 0,21 Prozent. Über die gesamte Woche summierte sich der Verlust auf fast 4 Prozent.

Der Grund liegt in einer widersprüchlichen Gemengelage. Ein schwächerer Dollar stützt Silber grundsätzlich. Die Aussicht auf länger hohe US-Zinsen schmälert im gleichen Moment die Attraktivität zinsloser Anlagen wie Edelmetalle.

Das Öl legte in dieser Woche um 5 Prozent zu. Grund waren erneute Angriffe zwischen US- und iranischen Streitkräften. Die Märkte preisen inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von fast 60 Prozent für eine Fed-Zinserhöhung im September ein.

Diese Woche im Fokus: Inflationsdaten und Warsh-Anhörung

Investoren richten den Blick nun auf die anstehenden US-Inflationsdaten. Hinzu kommt die Anhörung von Fed-Chef Kevin Warsh vor dem Kongress. Beide Termine sollen weitere Hinweise zur künftigen Geldpolitik liefern.

Hintergrund der Unsicherheit ist die jüngste Kommunikation der Notenbank. Das Protokoll der Juni-Sitzung zeigte wachsendes Unbehagen über die Inflation. Einige Entscheidungsträger plädierten für eine Zinserhöhung, am Ende blieben die Zinsen aber unverändert.

Diese Ambivalenz zwischen Zinssorgen und schwächerer Dollar-Dynamik dürfte die Handelsspanne bei Silber in der kommenden Woche prägen.

Geopolitische Lage bleibt Belastungsfaktor

Der Nahost-Konflikt bleibt ein Unsicherheitsfaktor für die Edelmetallmärkte. Das US-Militär erklärte, am Mittwoch erneut Angriffe auf den Iran durchgeführt zu haben. Das löste Vergeltungsangriffe auf Kuwait und Bahrain aus und verschärfte die regionalen Spannungen.

US-Präsident Donald Trump äußerte zugleich, der Iran habe sich um eine Einigung bemüht. Das dämpfte die Sorgen vor einem breiteren Konflikt etwas.

Parallel dazu hat sich die Debatte um strukturelle Inflationstreiber verschoben. New Yorks Fed-Präsident John Williams richtet sein Hauptaugenmerk inzwischen auf die durch künstliche Intelligenz befeuerte Nachfrage als Preistreiber.

Charttechnische Ausgangslage zum Wochenstart

Seit Jahresbeginn hat Silber 16,62 Prozent verloren. Vom Rekordhoch bei 121,78 US-Dollar aus dem Januar liegt der Kurs mittlerweile mehr als 50 Prozent entfernt.

Der 50-Tage-Durchschnitt notiert bei 70,30 US-Dollar. Das sind rund 14 Prozent über dem aktuellen Niveau.

Auch der 200-Tage-Durchschnitt bei 73,36 US-Dollar bleibt weit entfernt, der Abstand beträgt fast 18 Prozent.

Der RSI steht bei 40,6 Punkten, im neutralen bis leicht schwachen Bereich. Die annualisierte Volatilität liegt bei rund 51 Prozent, ein ungewöhnlich hoher Wert selbst für Silber.

Bis zur Veröffentlichung der US-Inflationsdaten und der Kongressanhörung von Kevin Warsh bleibt die Gemengelage aus geopolitischem Risiko, Zinserwartungen und Dollarentwicklung der entscheidende Taktgeber für Silber in der kommenden Woche.

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