63,79 US-Dollar kostet eine Feinunze Silber aktuell. Das ist ein Plus von 10,41 Prozent binnen einer Woche. Drei Faktoren treiben den Kurs derzeit an: chinesische Industrienachfrage, Nahost-Diplomatie und schwache US-Arbeitsmarktdaten.
Chinesische Importe schnellen nach oben
China kauft deutlich mehr Silber. Die Importe von silberhaltigen Erzen kletterten im Juni im Jahresvergleich um 62,5 Prozent auf 219.000 Tonnen. Der Anstieg passt zur wachsenden Produktion von Solarpanels und Stromnetzen. Beide Branchen brauchen große Mengen Silber für ihre Bauteile.
Nicht alles läuft rund. Parallel dazu registrierten Marktbeobachter eine Verlangsamung der Nachfrage in der übrigen chinesischen Industrie. Der Solar- und Netzausbau gleicht diese Schwäche derzeit aus.
Nahost-Diplomatie und schwache US-Jobdaten stützen
Im Persischen Golf laufen Verhandlungen über eine teilweise Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Die Aussicht auf eine diplomatische Lösung stützt Edelmetallpreise allgemein. Auch Silber profitiert davon.
Hinzu kommen schwache Zahlen vom US-Arbeitsmarkt. Der Personaldienstleister ADP meldete für Juli nur 44.000 neue Stellen im privaten Sektor. Analysten hatten mit 70.000 gerechnet – es ist der schwächste Wert seit Januar. Schwache Jobdaten drücken den Dollar, und ein schwächerer Dollar macht Silber für Käufer in anderen Währungen billiger.
Analysten erwarten hohe Schwankungsbreite
Trotz der jüngsten Rally liegt der Kurs noch immer 47,62 Prozent unter dem Rekordhoch von 121,78 US-Dollar aus dem Januar. Für den weiteren Monatsverlauf rechnen Marktbeobachter dennoch mit erheblichen Ausschlägen. Eine Spanne zwischen 55 und 68 US-Dollar gilt als realistisch.
Charttechnisch könnte Silber bis auf rund 68 US-Dollar steigen, bevor dort Widerstand einsetzt. Auf der Unterseite sei ein kurzer Test der Marke von 55 US-Dollar möglich. Matthew McKay, Direktor für Investments bei Briaud Financial Advisors, sieht die Untergrenze ähnlich im niedrigen Fünfziger-Bereich. Er betont aber, dass der Markt darüber letztlich selbst entscheidet.
Insgesamt rechnet McKay eher mit einer länger anhaltenden Seitwärtsphase bei Gold und Silber als mit einer schnellen Erholung. Die kommende Handelswoche dürfte davon geprägt sein, ob sich die chinesische Nachfrage fortsetzt und wie sich die Zinserwartungen gegenüber der US-Notenbank entwickeln.
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