Silber Preis: 70,50 Dollar vor Warsh-Entscheid

Silber trotzt dem Abwärtstrend am Rohstoffmarkt und hält sich vor der ersten Fed-Sitzung unter Kevin Warsh stabil.

Auf einen Blick:
  • Silber verteidigt Kursgewinne
  • Ölpreis fällt nach Iran-Abkommen
  • Zentralbanken planen Goldkäufe
  • Fed-Sitzung unter neuer Leitung

Während Rohöl am Mittwoch deutlich nachgibt, hält Silber seinen Kurs. Das Edelmetall verteidigt die Gewinne der vergangenen Tage — und das, obwohl weite Teile des Rohstoffmarkts unter Druck stehen.

Iran-Deal belastet Öl, nicht Silber

Der Auslöser für den Druck auf Rohstoffe ist klar: Die USA und der Iran haben die zweite Phase ihres Abkommens umgesetzt. Teheran nimmt umfangreiche Rohölexporte sofort wieder auf. Die Ölpreise reagierten mit deutlichen Abschlägen.

Silber entzog sich diesem Sog. Marktbeobachter verweisen auf die anhaltende Stärke von Gold. Eine aktuelle Umfrage des World Gold Council zeigt: Zahlreiche Zentralbanken planen, ihre Goldreserven weiter aufzustocken. Das stützt indirekt auch Silber als sicheren Hafen.

Warsh übernimmt — Märkte warten ab

Der Spotpreis pendelte in der ersten Tageshälfte eng um 70,50 US-Dollar pro Feinunze. Das Handelsvolumen blieb dünn. Viele institutionelle Akteure stellten ihre Risikopositionen vor dem Fed-Entscheid glatt.

Der Grund für die Zurückhaltung: Kevin Warsh leitet heute erstmals eine Zinssitzung der Federal Reserve. Seine erste Grundsatzrede in Washington steht am Nachmittag (ET) an. Der Leitzins liegt derzeit bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Ob Warsh Signale für eine künftige Lockerung sendet oder den restriktiven Kurs bestätigt — das dürfte den nächsten strukturellen Impuls für Edelmetalle setzen.

Physischer Markt bleibt verhalten

Vier Tage in Folge hat Silber leichte Zuwächse verzeichnet oder sein Niveau gehalten. Die fundamentale Nachfrage im physischen Handel hält damit nicht Schritt. Aus Shanghai berichten Händler von schwachem Konsum. Die Transaktionszahlen blieben gering, Spot-Prämien stabil.

Einige Anbieter haben ihre Bestände vor den anstehenden Feiertagen bereits reduziert. Exportquoten und langfristige Lieferverträge begrenzen die Verkaufsbereitschaft bei niedrigen Preisen zusätzlich. Das Angebot ist also knapp — die Nachfrage zieht nur noch nicht mit.

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