Der Silberpreis startet unter Druck in den Juli. Mit rund 58,75 US-Dollar je Feinunze verliert das Edelmetall leicht an Boden. Der Grund dafür ist ein klassischer Konflikt. Einerseits braucht Silber eine starke Industrie. Andererseits fürchtet der Markt genau das.
Die Fed zieht die Zügel an
Das dominierende Thema bleibt die US-Notenbank. Unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh weht ein anderer Wind. Die Fed hob ihre Inflationsprognose für das laufende Jahr kürzlich auf 3,6 Prozent an. Der Leitzins verharrt derweil auf dem Niveau von 3,50 bis 3,75 Prozent.
Die Märkte rechnen nun mit drei Zinserhöhungen. Für September liegt die Wahrscheinlichkeit eines ersten Schritts bei 62 Prozent. Die Folge: massiver Preisdruck. Seit dem Rekordhoch von 121 US-Dollar im Januar hat das Edelmetall drastisch an Wert verloren.
Solarnachfrage sinkt, Defizit bleibt
Auf der industriellen Seite zeigt sich ein gemischtes Bild. Photovoltaikhersteller verbauen durch Effizienzgewinne immer weniger Material pro Zelle. Laut dem World Silver Survey sank diese Nachfrage im vergangenen Jahr auf knapp 187 Millionen Unzen. Für 2026 erwartet Metals Focus einen weiteren Rückgang auf 151 Millionen Unzen.
Neue Trends wie Künstliche Intelligenz und Elektromobilität federn diesen Schwund ab. Strukturell bleibt der Markt angespannt. Das Silver Institute rechnet für das laufende Jahr mit einem Angebotsdefizit von 67 Millionen Unzen. Der Markt zehrt also weiter von seinen Lagerbeständen.
Der heutige Impuls
Das Gold-Silber-Ratio liegt aktuell bei 64:1. Silber reagiert als Industriemetall besonders sensibel auf Wirtschaftsdaten. Am heutigen Mittwoch blicken Investoren auf den ISM-Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie.
Ein starker Wert stützt die industrielle Nachfrage. Im gleichen Schritt befeuert er jedoch die Zinssorgen. J.P. Morgan sieht den Silberpreis im Jahresdurchschnitt bei 81 US-Dollar. Ob dieses Ziel im aktuellen Zinsumfeld realistisch bleibt, hängt maßgeblich von den heutigen Industriedaten ab.
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